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Full text of "Ueber die Matthaeus Paris zugeschriebene Vie de Seint Auban"

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ÜBER DIE 
MATTHAEUS PARIS 
ZUGESCHRIEBENE 
VIE DE SEINT 
AUBAN 

Hermann Suchier 



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föarbarl! (fTollrfle S^ibrarg 



FROM THB BEcyrEST OF 



JOHN AMORY LOWELL, 

(Cl«a* of ISIS). 

This fund is $30,000, and of its income three quarters 
shall be spcnt for books and onc quarter 
b« added to the principal. 



/S.Mo 




I 



• üeber 



die Mattbaeos Faiia zugesohhebene 



VIE DE SEIIfT ATTBAN. 



Von 



Hermann Sudiier. 



MAX NIEMBYER. 
187& 



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MAY tö \m 



0 



I 
I 



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Herrn Professor 



Friedrich Zarncke 



gewidmet. 



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VorlMimerkiiiig. 



Hier am Orte von vielen HUlfsmitteln wisBenflohafilicher 
Arbeit entbUkBBt mnmte ieh die Verwaltong der kömgliehen 
Universitäts-Bibliothek zu Göttingen mehrfacli um Uutcrstlitzung 
angehen, die mir aii& freigebigste gewährt wurde. Ieh sage 
dafür meinen wftrmsten Dank. 

Als ieh Torliegende Arbeit begann, hatte ieh nidbts als 
eine Beeension von Atkinsons Ausgabe im Sinne. Dass ieh 
die Arbeit nun gesondert erscheinen lasse rechtfertigt^ hoffe ich, 
ausser ihrem UmflMige aueh ihr Inhalt Die beiden Beoensio- 
nen Försters (Iii Centralblatt vom 3. Juni 1876) und Gröbers 
(Jenaer LiteraturzeitAng vom 24. Juni 1876) sind mir nieht 
unbekannt geblieben; doch hatte ich keinen Grund sie im Ver- 
laufe meiner Arbeit zu erwähnen. Die Teztesfladenmgen und 
Erklärungen, in welchen Förster mit mir zusammentrifft (zu 
Y. 4. 147. 172. 173. 763. 996. 1466), hatte ich längst vor dem 
3. Juni aufgezeiehnet 

Erst während des Drucks kam mir die Beeension von 
Gaston Paris (Romania 5, 384) zu Gesiebte. Wie sich erwar^ 
ten lässt, ergänzt sie meine Untersuchung mehrfach. Ich 
greife nur zweierlei heraus: die Coiyeetur herupez zu Y. 1145 



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VI 

und ne larrum zu V. 1270. Die in der Bomania erwähnte 
Beoendon Faul Heyen (AtliAiiaeiiiii Yom 24. Juni) ist mir 
nicht eiTcichbar. 

leh betrete hier einen noeh gans jungfriUiliehen Boden, 
was eignen Heiz, aber auch eigne Gefahren hat. Hoffentlich 
werden es die Fachgenossen an Ergänzungen nnd Beriehtignn- 
gen der metriseben üntersnehong nfelit fehlen lassen. Denn 
dasB ihr noch nuinche Mängel und Fehler anhaften davon bin 
ieh flbenseugt Sie meiden woUen Idesse die ganze Arbeit anfii 
unbestimmte vertagen. Daher gebe ich sie getrost heraus. 
'Mitten unter dem Greifen naeh der neuen Frueht darf ieh wohl 
auch den Muth des Fehlens haben,' 

Münster (Westfalen), im August. 



AbkirsmiigeB. 



A. . CS Yie de Mint Anbau ed. AfldnMm 187«. 

agn. = Anglonormannisch. 

CheY. D. CL = Le Chevalier, la Dame et le Clero, fabliftu h. Fiuil Meyet 

in der Bomaoia 1)78. 
ebd. = ebenda. 

Fant as Chronik Jordan Fantosmes h. v. Michel im dritten Bande 
der Chroniqne des dncs de Nonntndie. 

FoUmF. W. s Fvlke Fite Wavin dtiirt nieh der Awssbe in dm Noa- 
▼dlM ftanfilie« du UV. aide]«. 1858. 

Hodw. 8 Leben der heiligen Modwenna, welches ich ans einer Ox- 
forder Handschrift abgeschrieben habe. Vgl unten S. 54. 

Ben. = Benalt de Montalban. Ich konnte nnr das von Matthes 

im Jahrbuch 15, 10 herausgegebene Bmchstüok benutaen. 
Ich eitlere dieses nach Seiten und Zeilen. 



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Das AnglonormaiiiliBche €«dlelit Yom Leben des heiligen 

Albanus ist erst kürzlich herausgegeben worden u. d. T.: Vie 
de seiut Auban: A Pocni in Norinan-Frcncb, ascribed to Matthew 
Paris; uow for the first tinie edited, from a manuscript in the 
library of Triuity Colleg:e, Dublin, with concordance-glussary, 
and uotes, by Robert Atkiuson. London, John Murray. 1876, 
40. XVI, 127^! CXLVII, I S., und — sagen wir es gleich hier — 
die Ausgabe ist mit einer philologischen Sorgfalt aosgefUhrt, 
wie sie bis jetzt nur wenigen Denkmälern der Anglonermanni- 
sehen Literatur zu Theil wurde. 

Za Gmnde liegt der Anagabe die IHibliner Handaehrift 
des 13. Jahrhunderts (Trinity OoUege £ L 40), die einzige, 
seitdem der Gottonianus Yitellias D YIIl nnd sein Inhalt (la Tie 
Su Alban, le premier martyr de Engleterre, et de S. Amphibal) 
verloren gegangen ist Die Ueberliefrung ist gut zu nennen, 
da mir wenij^c Stclleu dem Verständnis Schwierigkeiten luachcu, 
wenn auch Schreibfehler nicht selten vorkommen und die Laute 
und Formen keineswegs consequenter auftreten als in andern 
Handschriften derselbeu Zeit 

Englische Gelehrte des 17. Jahrhunderts (Stowe und Erz- 
bischof Ussher) gehreiben ein Frauzösischeg Gedicht über den- 
selben Heiligen dem bekannten Gtosehichtsschreiber Matthaens 
Paris (t 1259) zu, welcher in dem naeh dem Heiligen genann- 
ten Kloster (St Albans) von 1217—1259 als Höneh lebte. Ein 
drittes Zeugnis, welehes Atkinson nioht genannt hat, gewährt 
Pitsens (f 1616) in seinem Bnehe De seriptoribns Anglieis; er 
ffthrt Vitas et Martyria Sanetomm Albani et Amphibali libros 
duos unter Matthaens Werken auf. Das älteste aber findet sieh 
bei Walsingham im 15. Jahrhundert und lautet wöi-tlich: [Mat- 

8aebi«r, Vie de ««iut Aubim. 1 



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tbaeuR Paris] vitas SS. Albani, Tbomae et Edmundi conscripsit 
et de[)iiixit elegantissirae. 

Waren auch die Lebensgreschichten der Heilii,^eii '1 lioinas 
und Ednuuul (»Ime Zweifel Lateiniscli verfasst, so liegt doch 
die VenuLithung nahe genug, die Vita Albani des Mattliaeus 
Paris sei mit dem uns erhalteuen Gedichte identisch. Ussher, 
welcher das Werk des Matthaeus näher als Französisches Ge- 
dicht bezeichnet, kann sehr wohl seine Angabe aus der Dubliner 
Handsebrifl: der Tie de seint Auban' genommen baben, die er 
' kennt und als ein Ton Heinrich VI der Kirche des heiligen 
Albanns rerehrtes OeBchenk erwfthni Vielleieht wurde der 
Name des VerfaBsers auf dem jetst yerlomen Blatt genannt^ 
welehes die üeherBchrift und den Anfang des Gediehtea enthielt 

Atkinson h&lt Matthaeus fllr den Verfasser. Er glaubt 
sogar, die Dubliner Handschrift habe niemand anders geschrie- 
ben, auch die Bilder darin uiemand anders gezeichnet als 
Matthaeus Paris selbst. Hätte er Recht, so wäre die Hand- 
schrift ein Kleinod seltenster Art zu nennen. Auch in andern 
Handschriften glaubte man die Hand des Matthaeus zu erkennen, 
und die Frage, ob unsere Handschrift von ihm geschrieben 
wurde, muss naeh Atkinson mit der Eutscheidung über die 
andern ihm zugeschriebenen Handschriften stehen und fallen. 

Wie Beilade dasa gerade die Ueberlieferung unBeres Ge- 
dichtes UBB zwingt die Frage zu verneinen I Alle Stellen, in 
weldien der Text verderbt ist, Bohlagen der Annahme A&inBons 
ins Gesiehi Es iBt Hardy enfsehieden Beeht zu geben, welcher 
die Frage gleichfalls in yemeinendem Sinne entBchicden hatte. 
Wer wollte auch mit Atkinson glauben, in dem 'Anima Mat- 
thaei . . . requiescat in pace' sei von einem Lebenden die Rede, 
wo obendrein hinter dem Worte Matthaei der ZusatK steht: 
^et animae omnium fidelium deüinctorum' ! 

Atkinson glaubt seine Ansicht damit zu stützen dass er 
auf die Randbemerkung: Hoc de libro Johannis Hansel, die 
Bloh in der Dubliner Handschrift Iii. 22 findet, aufmerksam 
macht £r meint, Mause! rnttsse der Besitzer jenes Buches ge- 
wesen Bein, Matthaeus mtae es vor 1264 — in diesem Jahre 
starb Mansel — von ihm «itliehen haben. Dagegen ist zu 
erinnern dass nach Usshers Angabe S. 83 die Handschrift an 
mdrer Stelle ein liber quam Dominus Johannes Mansel specialis 



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Domiui Re<^is clericus et consiliariup attulit de Hispania als 
Quelle aufiihrt. Dieses Buch kann also Hansels Buch lieisscn, 
aueh ohne dass es in Hansels Besitz blieb, also auch nach 
seinem Tode. 

Wenn Mattbaem nicht der Scbreiber war, kann er immer 
noeh der Verfasser des Gedidits gewesen sein. Freilieb ge- 
statten die Mittel der Wissensobaft, wenn niebt äussere Zeug- 
nisse zu Httlfb kommen, wobl eine derartige Frage entsehieden 
zu verneinen; eine entsdiiedene Bf;}abung wird niemals mOglicb 
sein. 

Fassen wir zunächst die Sprache ins Auge. 

Nach lautliclieii Erscheinungen zerfallen die Denkmäler des 
Anglonormannischen in fünf Perioden. 

In der ersten Periode ist der Vocalismus in England 
noch ehenso rein als auf dem l' estlaude. Sie hält au bis nach 
der Mitte des 12. Jahrhunderts. 

Noch in diese Periode geblSren, um von Bekanntem zu 
schweigen, folgende Denkmäler: 

1) der Haveloc; 

2) der Dialogus inter corpus et animam (Latm Poems 
oommonly attribnted to Walter Mapes 821); 

3) der Lai du Com ron Bobert Bikez (bei Wolf, lieber 
die Lais 327); 

4) das Lehen des hl. Edmund von Denis Piramus (naeb 
den Auszügen bei Michel, Rapports 250 zu urthcilen); 

5) das Leihen Eduards des Bekenners in einer Vaticaui- 
schen Handschrift, wenn die Entstehung des letztem 
überhaupt nach England zu setzen ist (Lives of Edward 
the Confessor ed. by Luard 384). 

6) Aueh die von Paul Meyer in der Roniania 5, 1 bekannt 
gemachte Chanson, welche ßaudri de Bourgueil als 
Quelle angiebt, setze icb in diese Periode^ da die Strenge^ 
mit weleber die Endungen -ent und -ant im Beime 
gesobieden sind, nach England weist 

In der zweiten Periode ist auf yocalisebem Ctobiete die 
Verwandlung des ie in e die einzige durebgreifende Aenderung. 
(Die alte %idung von ai zu oflbem e ist bekanntlieb in Frank- 
reich ebenso gelautig als in England.) In dieser Periode hat 
zwischen 1174 und 1183 Jordan Fautosme seine Chronik ver- 



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fasst. Er lässt ci mit «ii nur in den Endungen -eine und -eiro 
reimen (dazu paleis statt palais 154. Die Form malveis er- 
scheint schon im Dialogus der vorigen Periode). Auch finden 
sich die Keime oi : o (lat. ö), ui : u (lat ü). 

Auf Grund der genannten Lauterscheinung mttssen dieser 
Periode folgende Denkmäler zugewiesen werden: 

1) Cbardris Gedichte (Miehel, Bapports 172. 176. 180. 
Keller, Bomvart 425); 

2) der Tobias, ans wdehem nach Stengels Angabe De 
salvatione hominis dialoguB (Uber Psalm, ed. Miehel 
364) ausgehoben ist; 

3) das 6edi«lit Del Ttot et del Est^. (Jubinal, Nouveau 
Recueil. 2, 40); 

4) Benets Leben des hl. Thomas in Schweifreimen (in 
MichelB Ausgabe der Cbroniquo des ducs de Norman- 
die :i 401. 619); 

5) wenn ich nach der Probe bei Wol^ lieber die Lais 463 
urtbeilen darf, der Horn; 

6) Renalt de Montalban (Jahrbuch 15, 10). In diesem 
Gedicht kommen die dem Anglonormannisehen eigen* 
thttmliehea ^düngen (16 : prou mid nevon : 0) os 
selten yor, dass man Französischen Ursprong yermuthen 
möchte. Was mir aber entschieden gegen letztem za 
sprechen seheint, ist der Umstand, dass abgesehen von 
den stereotypen und leicht etl^ennbaren Aenderungen 
der Schreiber die Verse vom Standpunct der agn. Vers- 
kunst und Lautlelire auffallend corrcct sind. Weil die- 
ses Gedicht den Reim i6 : e weit seltner gewährt als 
Fantosmes Chronik, halte ich es für älter als diese 
und setze es etwa zwischen 1160 und 1170. Ich mache 
auch auf die alterthtlmliche Form muntet (lat. montat) 
21, 33 aufmerksam, (vgl. aidet Fantosme 768.) 

In der dritten Periode ist auch die £ndung -eir in -er 
verwandelt Es ist die Zeit des Uebergangs vom 12. Jahr- 
hundert nach dem 13. 

Hierher gehört das Leben der hL Modwonna, dessen ein- 
zige Handschrift in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts 
geschrieben scheint, und Robert Grossetestes (f 1253) Ghastel 
d'amur (ed. Cooke 1852). 



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Jünger als die genannten Gedichte, welche die £ndimgen 
und -ee ansser in den Part ?rt. rein erhalten, scheinen 
solche zn sein, welehe aach in Substantiven die Endung ee zu 
6 vereiniaehen, wie der Oonqnest of Ireland (ed. Hiehel 1837) 
und das Fabliau: Le Ghevalier, la Dame et le Giere (Bomania 
1, 73). 

Für die Vermischung der Endunj^en -out (lat. -abat) und 
-cit (lat. -cbat) zeigt die iModweiiiia im Keime mir ein Beispiel 
ll)sr)<l, das Chastel d'amur drei 1291. 1314. 1305, der Conquest 
of Ireland drei 8. 100. 128. Im Fabliau und im Guy von 
Warwick ist sie weit häuüger. 

Ungemein selten ist der in dem genannten Fabliau 243 
ersohdnende Beim oi : ei (joie : voie). 

In der vierten Periode reimt auch u (l^t fl) mit u 

(latö, u). Dieses ist in dem zwischen 1236 und 1264, höchst 
wahrscheinlich in^ Jahre 1215 verfaesten Leben Eduards des 
Bekenners der Fall; ebenso in der Vie de seint Auban, die 
daher in diese Periode zu setzen ist. Ein andres sprachliches 
Moment habe ich uuteu iu der Auul zu Auban 451 erwähnt 

Schon in den yorigen Perioden werden folgende Worte mit 
ii gereimt: prou Ren. 10, 1, pm Ben. 16,20, Benets Thomas 
736, noTOu Ben. 16, 10, neveu Jnbinal, RR. 2, 47, demenro: 

jure. Lai du Coni 20t, nevouz Modw. 614c, leu (lat. lupum) 
Modw. 75^>, dous (lat. duos) Chastei d'a. 1253, — lauter Worte, 
^Yelche in alten Texten den ächten Diphthong ou zeigen, den 
die Sprache von Isle de France zu eu dissimilierte, und der 
vielleicht aucli in demeure dem eu vorausgieng. 

In sieben Reunen ist mir Fohon in den vorigen Perioden 
die Bindung 0:11 begegnet £s reimen nftmlich mit 0 asenr 
Ren. 14. 26, 32 eremnz Benets Thomas 212 us ebd. 1022 veams 
ebd. S. 619 cnstnme ebd. S. 623 uns ebd. Diese sieben Beime 
scheinen in der That die aufgestellte Periodentheilung wieder 
umsnstossen. Doch ist nicht sn vergessen dass Benalt de 
Montalban nur in einer Handschrift des 13. Jahrhunderts er- 
halten ist, von Benets Thomas aber ausser den Ijeiden von 
Michel beiiut/ten noch drei Handschriften existieren, die viel- 
leicht an den augefiihrlcn Stellen andre Ueimworte bieten. 
Gegenüber der Unzahl von Reimen, welche ö und ü scheiden, 



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erschciuen mir dieise rieben Keime, welche o uud u vermischeu; 
bedeutungslos. 

Es könuto auch, was ich iiiclit zu constatieren vermag, die 
eine Gegend Ij^glaudt» frUlier, die andre später vou der Ver- 
derbnis ergriffen sein. Noch in dem ganz volksmässigcii Hugo 
von Lincoln (bald naob 1255), wo fl sonst mit ö gereimt wird, 
reimt die Endnng -urent: -irent Str. 20. 63, nnd Bailf von 
Linham im Jahre 1256 (P. Meyer, Doo. man. 127) scheint fi 
nur mit sich selbst zn reimen. Doch weiss ich nicht, ob hier 
nicht vielleicht die Ktlrze der Auszflge oder Französischer Ein- 
flass daran schuld ist 

Das hinter einem Cout^onantcu im Auslaut stehende c gilt 
in einzelnen FäUen, die ich weiter unten aufführen werde, schon 
in der zweiten Periode als stumm. Auch in der vierten Periode 
sind die Fälle der VerstuuuuuDg kaum häufiger geworden; sie 
begegnet niemals im Reime. 

In der fünften findet sich dagegen die Verstnmmung des 

hinter einem Consonanten im Auslaut stehenden c im innern 
Verse auf Schritt uud Tritt und ist auch im Reime nicht aus- 
geschlossen. 

Hierher zu rechnen sind: 

1) Hugo Ton Lincoln (bald nach 1255); 

2) das Gedicht: Or vint la tens de may que ce ros panirra 
(Wright, Politieal Songs 63). Der Herausgeber setzt 
dieses und das folgende Gedicht in das Jahr 1264. 

3) das Gedicht: Channter m'estoit (ebd. 125); 

4) the Ereeticm of the Walls of New Roes (h. v. Madden 
in der Archaeologia 22, 315) vom Jahre 1265. 

Alle diese Gedichte schlicssen sich der volksmässigen Au8- 
s])rache an, beweisen also nicht dass um diese Zeit aucli die 
Metrik der Kunstdiclitcr sich schon der volksmässigcn Aus- 
sprache gefügt hatte» Bei Kunstdichtem behält in der That 
das e seinen Silbenwerth noch länger. Vom Verstummen des 
e völlig unbertthrt ist ein bald nach 1263 veifasetes Gedicht 
(Mes de Warenne I7 bon quens. Wright, Politieal Songs. 59), 
man streiche nur in dem Verse 'Que Sire Edward le fist avant' 
das Wort Sire. Ja selbst in dem Gedicht auf die im Jahre 
1295 erfolte Hinriditnng des Thomas von Turberville (h. t. 



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Miclicl im Kornau d' Eustaclic Ic Moino ^^XLVIl) ist nai' ein 
einziges o veriiaclilässigt (im Worte uue). 

Andre Dichter dieser Periode haben der volksmäspi^en 
Aussprache Thür und Thor geöfiuet, wie der Fortsetzer des 
Brut (bei Miohel, Ohron. anglon. 1, 65) und Peter von Langtoft. 

Wir kehren su unserm Ausgangspiinkte, snr Frage naoh 
dem Verfasser der Vie de seint Auban, soraek. Da letstcre in 
die vierte Sprachperiode zu setcen ist, kann sie sehr wohl der 
Zeit des Matthaens Paris angehören. 

Im Vorbeigel leu sei hier erwähnt dass auch andre Fran- 
zösische Texte dem Mattliaeius Paris beigelegt ^^■crdcll. Madden 
(in seiner Ausgabe des Matthaeus 3, LIV) hält ihn für den 
Verfasser des Gedichts: Ore est aciimplio, welches nach der 
Angabe der einen liandschi-ift 1256 eutstaudeu ist und zAdetzt 
von Paul Meyer in der Komauia 4, 397 lierausgegeben wurde. 
Doch scheint diese Annahme wenig für sich zu haben. Eher 
sehen könnte man glauben dass die Prosatexte von ihm her- 
rühren, welehe Ondin und Madden ihm beilegen. Oudin (Gom- 
mentarius de soriptoribus eoclesiae 3, 215) sehreibt ihm eine 
Deseriptio mundi zu und führt aus dieser folgende Stelle an: 
Le Chastd de DoTre, l'entree e la def de la viehe (ich yer> 
muthe: riebe) isle de Engleterre. Naeh Madden (Ausgabe des 
Matthaeus 3, LIT) hat Matthaeus ein Itinerarium fttr Pilger, die 
von London nach Jc usalem wallen, mit eigner Hand entworfen 
und die erläuternde Prosa in Französischer Sprache selbst 
hinzugefügt. 

Dass der Dichter des Auban literarische Bildung hatte 
zeigt die Erwähnung des Neptun, des Pluto, der Thetis, Pallas 
und Diana (v. 334. 335. 1261). Eigen ist ihm Wärme der 
Empfindung, Piumtasie, Gewandtheit des Ausdrucks. Seine 
Darstellung ist ansehaulieh, reich an Bildern und Verglei<dien 
und keinesw^ an die episehe Formel gebunden, wenn auoh 
eine stellenweise Anlehnung an das Epos nicht zu vermeiden 
war (sis nuns est en estoire e escrit remembraUe, mes de lui 
ki Toeist n'est ja ohanQun ne fable 1041^2 u. a.). Am meisten 
MM hier die Bezeichnung der heidnischen Bewohner Englands 
'als Sarrazenen auf. Ein Matthaeus Paris musste wissen dass 
von Sarrazenen auf Englichem l^oden keine Kede sein kann, 
iudesseu konnte ein Dichter, der die Acta sancti Albani in 



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den Gesichtskreis des Volkes rücken wollte und ()1)endrein zur 
Erbauung niclit zur Belehrung- schrieb, auch auf die populäre 
Identification von Heiden und Sarrazenen eini;clien. 

Als Probe diene eine Stelle, die Aubans des miiclitigen 
MarsduULs Kerkernoth schildert (V. 673 ff.). ^Auban betete im 
Kerker zn Gott ohn Unterlass; dies that er ohne Ermtidung 
Tag und Naoht Busse übt er seiner Stinden zu tilgen. Nicht 
mehr trinkt er die guten Weine, die sein Keller birgt^ aus der 
prfiohtigen Schale, die ein dienender Schaffiser reicht Nicht 
mehr hat er kdstliehe Speisen zum MahlCb Ein G-eftngnis hat 
er, ein dunkles, zum Saal und S911er, Handsehellen und Fesseln 
an lichter Goldspangen Statt; hat Feder noch Baumwolle noch 
orientalische Pfellel noch seidene Steppdecken; nicht mehr ein 
Bett hat er zum Schlafen. Hunger hat er und Durst und Frost 
zum Abend und zum ^littagsmahl. Als Bett hat er den grauen 
Fels, der so hart ist wie Stahl. All das erduldet Auban mit 
wahrem und gutem Herzen. Viel muss fUr seinen Herrn er- 
dulden ein treu ergebener Ritter'. 

Wie in der Wahl der Worte so hebt sieh auch in deren 
Stellung die Sprache des Auban von der Prosa ab. Hierin ist 
der Einfluss der Lateinischen Poesie kaum zu verkennen. So 
wird das attribaÜTe Adjectirum gern von seinem SubstantiTum 
getrennt: d'Auban ayoit ol ke il ^ deus a Satrazmois guerpl 
448 — 9 u nub une hm ala avant 803. tm autre ad deus pur 
ses martirs fait miracle e vertu 1384. So werden Satztheile 
des relati\en Satzes dem Relativum vorausgeschickt: noz deus 
ki ad guer])i 419. de cest pais ki est tut sires ke bailli 159. 
de uns enginnurs morteus ki est ovre e faiture 596. mal aient 
deu, pere u fust u ki de metal sunt 043. Jesu ure, pur nus ki 
en croiz fu pen^ 759. entre espines ki va o les cailloz menu 854. 
Ein Fall mit kar: a genoilz e a cutes ad Ic tertre munte, 
guvaus le cors Auban kar voer ad desir^ 940 — 41 (ähnlich 
y. 134). 

Eägenthllmlich ist auch die ungmnein häu^ Verwendung 
von 'du' und 'ihr' im selben Satz bei der Anrede an dieselbe 
Person. Freilich ist djeses auch sonst nidit unerh(^rt Dens . . • 

vus benoie e guard, ki tant pers prüde ber! 26 pur den murras 

martir, co vus dl 68. grantcz moi ])ar ta aie par martive venir 
au grant guereduu 1220. oro i'ai ke te dii-ai se tcrez graut 



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saver 1658. va receverez pur tun trayail guerdun 1725. Aehn- 
lichcs findet sich in Fulko Fitz Warin. Dv mov, fct Pavn, vus 
lede creaturo 20. poy rescrables tu ton pere q' est si hardy e 
si fort, et vous estes coward ebd. 31. Bei Langtoft liest man 
sogar: tu faistchi la descayt. 1, 114 (tu fecistis!). 

Wilhelms von St. Albans Lateinische Prosa (ASS. 22 junii) 
scheint dem Dichter des Auban als Quelle gedient zu haben. 
Wilhelms Werk ist dem Abte Simon (nach Hardy 1166—88) 
gewidmet Ob aueh die Tendfioierte Paraphnu» dieses Werkes, 
welelie auf Wilhelms Wunsch Balf von Donstable yerfiMste, 
benu&t worden ist| darüber hat uns Aikinson zu belehren rer- 
sftnmt (Mir steht von Balf niöht mehr sn Gebote als was 
Ussher 8. 82. 89 mitgetheilt hat) Maddens Angabe (Matthaens 
Parisiensiß 3, LUX) , Stowe und Ussher bezeichneten Ralf als 
Quelle von Mattliacus Französischem Gedicht, ist nicht corrcct; 
dieser spricht sich gar nicht darüber aus, jener nennt aus- 
drücklich die Lateinische Prosa. 

In der That schliesst sich an Wilhelm unser Text fast 
wörtlich an. Man vergleiche: Assertionom tuam non capit in- 
tellectus, ratio non admittit Französisch: 90 ne re^oit ne sen 
ne entendement 192. — His dictis surrexit et abiit ira com- 
motus. . . . Soius in loco remansit Amphibalus noctemqne totam 
perrigü in oratione transegit A tant s'en part par ire e 
mautalent . . . Amphibal sol i demnere e atent; davant sa croiz 
la nnit en uraisuns despent 197 — 200. — Dum patris Yulnera 
filins alligaret, fratris mannm firater snperveniens ampatavit 
Tant cum Ii pere au fiz la plaie va bender, U frere Ii cart 
sure ki Ic vent esmanker. 1343 — 44. 

Im Vorworte bezeichnet Wilhelm sein Werk als Ueber- 
setzunjr eines iibcr Anglieo scrnione conscriptus'. Letzteren 
habe ein Christ lange Zeit nach Albanus Tode verfasst, nach- 
dem er in einer Inschrift der Stadtmauern von Verulam die 
Beschreibung von Albanus Mai-tyrium gelesen. Alles das ist 
natürlich nur Reclame. Wilhelm beschränkt sich im wesent- 
liehen darauf Bedas Bericht (Hist eecl. L cap. 6. 7) romanhaft 
ansKiisehmtlcken und durch den Kamen des Amphibalus (vgl 
meine Anm« zu Auban 96) und die GesoMchte von den zwei- 
mal tausend Mftrtyrem zu vermehren. Das erste Tausend 
Märtyrer kommt sehen bei Gildas vor, bei welchem sie aber 



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sogleich nach Albanua Tode auf dessen Rieh^Utz das Marfy- 
riam erldden. 

Wilhelm begiimt seine Enfthlong also: Cum persecatio, 
quae sab Diodetlano mota est in GhristianoS; lon^e lateque 
desaeriret, vir qnidam meritis et doctrina clarus noinino Am- 
phibjilus transicns in Britanniaiii Vciolaniium doinino duceiitc 
pervenit. Qiii ingrcsBUs urbem, in donium divertens Albani 
hospitium postulavit. Erat aiiteni Albanus civis Verolamius, 
vir eminens in civitate, ex illiisti i liomanorum prosapia origi- 
uem ducens. Damit haben wir nicht nur den Inhalt des ver- 
lornen Anfangs, sondern auch der ersten 23 Verse des Fran- 
zösischen Gediclits. Ein Blick lehrt, wie sehr sich dieses durch 
anschauliche, eingehende Schilderung vom Lateinischen abhebt 
— Auban verwirft anfangs die christliehen Lehren als wider- 
sinnig. Nachdem ihm aber in einem Traumgesieht der ge- 
kreuzigte Heiland erschienen, tfffiiet er ihnen sein Ohr tmd Iftsst 
sich taufen. Nach der Taufe will Amphibal weiter liehn nach 
Wales (seiner Heimat nach dem Französischen; im Latein!- 
• sehen bcisst Ani])liibalus 'ultramarinus'), um dort das Evan- 
gelium zu verkünden, läsest sich aber durch seines Wirtes Bit- 
ten bestimmen, noch eine Woche in Verulam zu verweilen. 
Allabciullieli ziehen die beiden in ein abgelesenes Haus und 
ptic^en doi-t der Zwiesprach von chiistiicheu Dingen (cap.L 
V. 1—407). 

Aber ein heidnischer Mann gewahrt dies unheidnische 
Treiben und bringt es beim Fürsten war Anzeige. Auban soll 
mit dem Tode bestraft werden. Et vemimmts, bringt Amphibal 
die Kunde^ gibt diesem sein heidnisches Praohlgewand, welches 
er mit Amphibals Pilgerkleide vertauscht, und Iftsst ihn, ehe 
der Tag graut, die Stadt verlassen. Kaum ist die Sonne auf- 
,i):egangen, da naht des Tyrannen Schar, um Auban und seinen 
Gastfreund zu verhaften. Da dieser entflohen ist, wird nur 
Auban getrolien und mit roher Gewalt zum Fürsten geschleppt. 
Der Fürst lässt ihm zwischen zwei Dingen die Walil: wenn 
er im Abfall n erharrt, wird der Tod, — wenn er zum Ifeidcn- 
thnm zurückkehrt, wird Kcichthum uiul Ehre sein Lohn 
sein. Da Auban standhaft bleibt, wird er gegeiselt und in 
den Kerker geworfen, wo man hofft, die Zeit werde seinen 
festen Sinn brechen« Aber kaum ist er im Kerker, so konunt 



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11 



Koth Aber die, welche ihn in Noth gebradit. Da rinnt Ton 
Stund an kein Tröpflein Regen yom Himmel, da filllt kein 

Thau, da regt sich kein Lüftchen, da lindert nichts den ^diihen- 
den Sonnenbrand. Es verdorren die Pflanzen, die Thierc 
schleichen keuchend dahin, iJcst-etrolTcn sinken die Menschen 
in den Tod. Die Heiden v>ollen eine grosse Versamndung 
halten, un) zu beratheu, wie das Unheil abzuwenden sei 
(v. 408—715). 

An dieser Stelle hat der Franzosische Text eine Lficke, 
die wahrscheinlich ein Blatt umfasst Ich ergänze sie nach 
dem Lateinischen, l^iemand anders, sagen die Heiden, als der 
von Albanns rerehrte Gott habe die Noth ttber das Land ge- 
bracht Albanus wird herbeigeholt und auf Bitten seiner Ver- 
wandten der Ketten entledigt Da er dem ersehnten Märtyrer- 
tod zu entgehen fdrehtet^ verweist er selbst anf die Strafen, 
welche die heidnischen Gesetze über die Feinde der Götter 
verhängen (cap. II). Einstimmig wird sein Tod beschlossen und 
eine vStütte, Ilolnihorst genannt, zum IHchtplatz auscisehen. 
Nur über die Todesart henx'lit noch Streit. — Mit dem Vor- 
schlage, ihn gleicii Christus seinem Vorbilde zu kreuzigen, setzt 
der Franzüsifiche Text wieder ein. Man erwägt, ob es nicht 
angemessener sei, ihn lebendig zu begraben oder zu blenden, 
und entscheidet sich endlich für die Enthauptung. Als das 
Urtheil vollstreckt werden soll, drängt sich das Volk so dicht, 
dass beim Uebergang über eine Brfteke viele ins Wasser stttr- 
zen und ertrinken. Aber Anban fleht mitleidig zu Gott, und 
die Ertrunkenen wandeln firdUieh im vertrockneten Flussbett 
Zeuge dieses Wunders ist Araele, der Ritter welcher Auban 
den Berg hinaufflthrt; er stürzt Auban zu Füssen und preist 
mit lauter Stimme den Christengott. Da lallen die Heiden 
Uber ihn her und lassen ihn mit gebrochenen Gliedern hali)- 
todt auf dem Sande. Weiter geht es den ßerg hinauf. Da 
liegen Verscdimachtcnde auf dem Jioilcn, welche jammern und 
Auban verwünschen als den Urheljer ihrer Noth. Aber Auban 
fleht unter Thränen zu dem Gott, der Moses das Wasser gab, 
auf dass sein Volk nicht verdurste, und ans dem Boden ent- 
springt zur Labung der Heiden ein Quell. Es folgt Aubans 
Enthauptung. Sein Henker erblindet 

Als der zerschlagene Aracle des Märtyrers Haupt berflhrt. 



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12 



genest er von Beinen Wanden und begräbt jenen mit Hdlfe 
beimliober Christen in einem Marmorsarg. Dann ?nrd er selbst 
von den Heiden enthauptet (cap. III. 716 — 1051). 

In <Ici' f()ls:eiKleu Naclit sehen die Heiden mit Stauneu 
einen Feucr^trahl vom Himmel auf Auhaus Grab hernieder- 
gehen (im Lateinischen heisst es: ecce columna crucis e tumulo 
beati martyri» in caelum osqne extendebatur) und £ngel auf- 
und niedersteigen. Da bekennen sieh tausend Heiden zum 
wahren Grlauben und machen sich auf den Weg gen Wales va 
AmphibaL Einer erkrankt und muss unterwegs zurflckbleiben; 
die (Ihrigen gelangen nach Wales und ttberreiohen dem Glaubens- 
boten das Kreuz, welches der Hand des sterbenden Auban ent- 
sunken war. Ampliibal vollzieht ihre Taufe. Von diesen Vor- 
gängen gelangt die Kunde nach Vcnüam zu den Verwandten 
der Getauften, welclic nach Wales ziehen und, da ihre Dro- 
hungen nichts vermögen, über jene herfallen. Sie tödten sie 
sämmtlich und führen Amphibal gebunden hinweg. An den 
999 3Iärtyrern aber geschehen Wunder. Das Blut wird Milch, 
die Wunden verschwinden, und über den lichten Leichen halten 
ein Adler und ein Wolf schützende Wacht 

Der Kranke, der am Wege liegen geblieben war, erblickt 

den gefangenen Amphibal und genest durch dessen Gebet. 
Bald gelangt nach Verulam die Kunde von den Wundern, die 
an den 999 Märtyrern geschehen sind, und mancher bekennt 
sich zum Christenthum (cap. IV. v. 1052 — 1563). Aber aufs 
neue staclielt der Fürst die j\lengc gegen Amphibal auf, dessen 
Predigten noch immer zahlreiche Heiden zum Abfall bewegen. 
Der Fürst lässt die Abgefallenen sammt und sonders enthaupten 
(im Lateinischen Text sind es ihrer gerade Tausend). 

Amphibal wird von der Menge, die ihm entgegen gezogen 
ist, gepeinigt und mit Steinwürfeu getödtet. Im Sterben erblickt 
er Auban von Engeln umringt und bekömmt auf seine Bitte 
von Gott zwei Engel gesendet, die seine Seele gen Himmel 
entführen. Als die Heiden die Leiche versehwunden sehen — 
ein Chi'ist hatte sie heimlich entfernt — , beginnen sie einen 
Kampf unter sich, in welchem Qtott alle, die sich gegen den 
Märtyrer vergangen, mit grausiger Gliederverrenkung straft. 
Dies neue Wunder bewegt alle Verulamer sieh taufen zu 



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13 



lassen und sich auf einer Fahi-t nach Rom nähere Kenntnis 
der clnistlichcn Lehre zu verschaffen (cap. V. v. 1564 — 1810). 

Am Schlüsse weissagt im Lateinischen der augebliche Ver- 
fasser Englands Bekehrung zum Christenthuni. Er profezeit: 
[Christiani] dei magnalia hoc modo libris adserta reperient, 
legent et ad notitiam deferent plurimomm« Aucb er will nack 
Bom ziehen und die Taufe empfangen. 

Auch im Französischen Texte redet der heidnische Yer- 
'fiiflser dee Originate in erster Person. Auch hier weissagt er 
in fibnUcher Weise (1820^3): 

La geste ai, cum la vi, escrit en parehemin. 
Uneore yendra le Jur, hen le dl e de?in, 
la estoire ert translatee en Franceis e Latin, 
Ne sai autre language fors le mien Barbarin. 
Aber er ist hier zum Augenzeugen der Begebenheiten gemacht, 
während er nach Wilhelm weit später lebt. 

Unter dem 'language Barbarin' wird man kaum das Eng- 
lische yerstehen können, eher das Welsche. Vielleicht a ersteht 
auch Wilhelm unter dem 'Anglicus sermo', dai'iu seine angeb- 
liche Quelle verfasst war, das Welsche, da ein im 10. Jahr- 
hundert aufgefundenes Buch über Albaaus, welches niemand 
als der alte Priester Unwona zu Tmtehen im Stande war, 
'liber antiquo Angelieo yd Britannico idiomate conseriptns' ge- 
nannt wird (Vitae S. Alban! abbatnm. Eadmaras nonns). 

Zu den geringen Abweichungen des Französischen Textes 
yom Lateinischen, die ich heryorhob, kommt als wichtigste 
hinzu dass der Name Aracle (= Heraclius) bei Wilhelm nicht 
genannt wird. Woher hat ihn der Französische Dichter? 

Ein Französischer Text, wahrscheinlich unser Gedicht, ist 
neben Ralf von Dunstable als Quelle benutzt w^orden von John 
Lydgate für sein Gedicht vom Leben des hl. Albanus (nach 
Atkinson VII). Ausserdem lernen wir durch Ussher S. 86 einen 
' Tractatus de nobilitate, vita et martyrio S. Alban! et Amphi- 
bali de qnodam libro Gallico exceptiB et in Latinum translar 
ins' kennen. Vgl auch Haidy, Deser. Cat L S. 18. 19. 

fiedauemd dass mir so wenig Material m Gebote stand 
nehme lob yon der Quelleafrage Abschied und wende midi m 
der Besprechung yon Beim nnd Versbüdung. 

Von der Tie de seint Anban* sind 48 ^tirades monorimes* 



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14 

erhalten. Dieselben sind nioht assonierend, sondern gereimt 
Knr flexivißcbes s oder z hinter dem Reimvocale wird nicht 
als störend gerechnet. Alle andern Abweichungen, wehhe 
Atkinson S. 118 in seiner Tabelle vereinigt, widersprechen 
nur scheiii])ar, da sie nur in der Schrift bestehen, nicht in den 
Lauten. So quor statt (\ner 104; cels: -eus 1482. Nach be- 
kannter Sehreibregel schrieb man, wie auch in Frankreich, nach 
Vooalen oft 1, wo man u ausspraeh, (Altd. Iii. 2, 194. Ein 
augenfälliges Beispiel, muntolt statt mnntout, steht im Jahrbuch 
If 53). Das Verstummen des 1 in gentilz 898, des s in eristx 
899, der Stammauslaute e und. f in paraleties, vife u. s. w. ist 
Yon Alters her erlaubt oder geboten (V. 706 steht ydropis, 917 
Tolentris). 

Eingehender muss die Versbildung behandelt werden. 

Atkinson kommt mehrmals auf diesen Gegenstand zu 
s})rechen (Anm. zu 1. 10. 191. 589). Er hält die drei Hebungen 
in jeder Hälfte des Zwölfsilbers fl'ir das wesentliche und lässt, 
wo CS ihm gut dünkt, zwei Hcbiiui^en oliiie dazwischen stehende 
Senkung an einander stosseii oder verlegt den Accent auf eine 
tonlose Silbe (Aüban^ cntusche). Andre Gelehrte haben ent- 
weder die Regellosigkeit &h einzige Regel der agn. Versbildung 
angesehen oder haben geglaubt, das Schwanken der Siü)enzahl 
im agn. Vei*sc auf Kosten der Englischen Schreiber setzen zu 
dürfen, in der Meinung, die agn. Diohter hätten sieh den Ge- 
setzen der FranzOflisohen Metrik geftg^ welohe Meinung schon 
ihre yerderbliehen Frtichte getragen hat 

leh will yersuehen, das Ar die agn. Versbildung charaete- 
ristische hier kurz darzulegen. 

Die *Vie de seint Anbau' zählt noch 1847 Verse. Zwei 
davon (775. 774) sind vom Herausgeber nicht mitgezählt. Vor 
V. 1 ist eine Lücke, nach 715 eine zweite; die Zahl der fehlen- 
den Verse wird je nach der Zahl der Miniaturen an jeder 
Stelle zwischen 72 und 184 (= ein Blatt) betragen haben. 

Ich benenne die Versarten nach der Silbenzahl, welche 
ihnen in der unverkttmmerten Gestalt zukommt. Natürlich zählt 
die weibliche Silbe, welefae der Tonstelle in Cftsnr und Beim 
folgen darl^ nicht mit 

Es whrd gerathen sein, bei dieser Betrachtung ausser Auhan 
wk ein in m^r als einer Handsehrift erhaHenes Gedieht zu 



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15 



Grande m legeu, um damit VerderlniiMe der Ueberliefenm^ 

einigermaRsen zu controlieren. leli wähle dazu die zAvisclieu 
1174 und 1183 vcrfasHte Chronik des Jordan Fautosnie. Da- 
neben durfte Renalt de Montalbau schon wegen seiner frühen 
Abfassung niolit unberücksichtigt bleiben. 

Fantosmes Chronik hatte in der ersten Ausgabe 2071 Verse^ 
in der zweiten (an Benoit» Chronik HI) 2066. Da aber Y. 1. 
2. 650 sicher, V. 999. 1000 wahrsdieinlloh unfteht dnd, bleiben 
nur 2061 Aohte Verse. 

Diese Verse zerfallen in vier Gattungen, von welchen der 

Verfasser des lienalt nur eine, der des Auban drei verweudet 
hat, nämlich: 

1) Zehnsilbler. Fantosme 646 — 765. Auban 191 — 9. 

2) Zwölfsilbler. Der Zwölfsilbler ist der einzige Vers im 
Ken alt, der vorherrschende im Auban. Bei Fantosme 
sind Zwölfsüber 1341—2019. 2024—7. 

Vereinzelt begegnen m&mliche VierzehnsilW unter den 
Zwölfsilbem bei Fantosme, auch weibliehe kommen im Renalt 
vor. Bei Fantosme habe ich 55, im l\cnalt (Matthes machte 
995 Verse davon bekannt) 74 Vierzehnsillier unter den Zwölf- 
silbeni gezählt. Es ist die Frage, ob diese längern Verse von 
den Dichtern eingestreut oder von den Schreibern hergestellt 
wurden. Dass ein gutes Theil den bchreiberu zur Last fällt 
halte ich von vorn herein für sicher. 

Die Schreiber agn. Handsehriften haben nftndich bei Olren 
zahlreieben Textesänderungen nichts so sehr zu bezwecken 
gesucht als grossere DentUchkeit In den seltenen FAUen, wo 
Worte weggelassen worden, war die Veranlassung meist eine 
znfftllige. Hingegen wurden die zahlreichen Worte, um die man 
den Text l)ereichcrtc, mit Absicht eingefügt. Zum Glück für 
uns sind diese Einschiebsel in bei weitem den meisten Fällen 
bestimiiite Worte, deren Einfügung sich aus den verschiedensten 
l'exten hundertfach belegen lässt. Die wichtigsten sind 

a) e^ mes und or(e); 

b) pas oder mie b^ der Negation; 

c) das Personalpronomen als Snbject das Satnes; 

d) Appositionen wie rei, onnte u. dgl.; 

e) feit il im Beginn einer direeten Bede; 



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16 



f) Artikel, Pi äposition und Poflsesayurn, wenn der Dichter 
diese Worte nur dem ersten zweier dnreli e yerbundeneii 

Substantive vorsetzte, während der Schreiber sie dann 
auch vor dem zweiten zu widerholen pflegt. Z. B. as 
hospitals e as abbeyes, Jubinal, Nouveau Recueil 2,45. 
de solace e de comi'ort ebd. 309 vus estes sou parent 
e soH diu ebd. 47. 

Für weitere Beispiele könnte ieh auf die Varianten zu 
Fantosme Terweisen, die deren viele ^tiialten. Ich will aber 
noch die 17 Vlerzehnflilbler des Benalt, welche weibliche Gäsur 

haben, und die ich sämmtlich för verdorbene Zwölfsilbler halte, 
herbei ziehen. Das cursiv gedruckte ist iSchreiberzusatz. 

a tant es vus la cuntanse 10, 17. 
e dias e deniers e quanque Ii vendrat a gre 10, 2S. 
Man bessere 'e qoanqne' in quant nnd vei^leiche 14^ 1^ 
wo auch quanke statt quant steht 

a tant es vtcs un message 10, 29. 15, 2, 

e sunt venu al rei Karle 13, 27. 

e Rolant le iievou Karle 14,11. Man le^e: le neis wie 20,8. 
si frai Jo, dist Temperere 17, 1. 20, 22. 
quant de si lointaine terre 20, 1. 

dune veissez par cele vile 20^ 36. Man bessere cele in la 
TgL Diez, Gr. 3, 79. 

kar il erent de oumbatre 21, 22. 

mitts ne plout a nostie sixe 23, 16. 

mais agard^t la hataiUe 24, 34. 

la dame overe la oortine 29, 2. Man bessere: ^e oyere. 

apres icestes paroles 30, 21. Man bessere: eestes. 

certes (jo fud grani damage 31, 33. 

e de 8a beneite mere 32,36. 
Wer mir zugesteht dass die hier geübte Kritik sich mühe- 
los aus der Sache selbst ergibt, wird mir auch Recht geben, 
wenn ich die Vierzehnsilbler mit weiblicher Ciisur dem Ver- 
fasser des Benalt abspreche. Wie verhält es sich nun mit den 
57 Versen mit männlidier Gftsur, wel(^e noch ttbrig bleiben? 
leh habe den Versuch gemacht und kann versichem dass sie 
sich ebenso leicht in Zwlflfiulbler wandehn lassen als jene 17, 
mit welchen wir eben die Probe gemacht haben. Daher ist 



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17 

meine Uebeneugung duBS der ursprüngliehe Vers des Beualt 
einzig nnd allein der Zwölfsilbler ist 

Was dio 55 Vieizeliiisilblcr bei FantoHmc botrifl't, so lassen 
sich aus den meisten durch leichte Aenderung- Zwölfsilbler her- 
stellen, bei niehrern durch Umstellung der Worte. Nur drei 
Verse (171"/. 2()0(). '2(>26.) mit dem Namen Everwic vor der 
Cäsur leisten Widerstand. Von Langtoft 1,122. 248 scheint 
Everwyk zweisilbig gebraucht zu sein (£v-ruie?); ob dieses 
auch bei Fantosme anzunehmen ist, wa^o ich nicht zu ent- 
scheiden. Nioht unmdglich aber ist dass Fantotme, der, um ein 
Sprichwort anbringen zu können, den Vers um eine Silbe ver^ 
mehrt (en poi dW deu labure 1578), sich auch bei mandien 
Eigennamen die. Freiheit nimmt den Vers zu yerlängern. Bei 
Peter Ton Langtoft scheint mir die Einmischung von Vierzehn- 
silblem unzweifelhaft und kommt am häufigsten vor, wenn die 
Cäsur hinter einen Eigennamen liillt. 

3) VierzehnsUhler. Fantosme 3—015. 766—1340. 2055— 
2066. Auban 589—619. 722—736. 1242—68. 1368— 
88. 1434—73. 1627—30. 

Bei Fantosme haben die Yierzehnsflber stets mftnnliche 
Oäsur, im Auban aueh weibliche. Femer gilt bei Fantosme 
ein Zwölihilbler mit weiblicher Cäsur dem Vierzehnsilbler gleich, 
darf also beliebig mit ihm wechseln. Auch im Auban sind 

unter den 138 Versen, die ich als Vierzehnsilbler aufführe, 16 
Zwölfsilbler. Unter letztern habcu 1 1 weibliche Cäsur (602, 
7:;i. 1212. 1250. 1259. 1371. 13bO. 115b. 1459. I U.7. MOS), 
5 nKliinliche: 124s. 1368. 1378. 1379. 1469. Diese tUni' Verise 
halte ich tür entstellt. 

Wenn Fantosme, wie Diez sich ausdruckt (Aitrom« Sprachd. 
107) y hier und da das erste Hemistich des Zwöl&ilblers um 
eine accentuierte Silbe yermehrt, so hat er sich hierin ohne 
Zweifel der Versbildung des Englischen angeschlossen. Wie 
bei Fantosme der Halbvers 'Gentil rei d'Engleterre* dem Halb- 
verse 'Talent m'est pris de faire vers' metrisch gleich steht, so 
hat im Anfang des King Horn das Verspaar 

Alle beon he blilve 
|>at to my song ly]7e. 

metrisch Reiche Geltong mit: 

Sneliler, Yl» d« Mint Avbaa. 2 



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He liftdde a sone ]>at bot Hom, 

fairer ne mi^ non beo bom. 
4) SechizehnsÜbler, Fantosme 2020^23. 2U28— 54. Da 
diese wegen Uurer Seltenheit intereBganten Yene bei 
Miobel nur mit Hülfe der Varianten lesbar sind, habe 
ich als Beigabe am Schluss Fauto.snics Scchszchüsilblcr 
mitgetheilt. Nur zwei Eniendatioiieii waren nöthif>: in 
den beiden Versen, welche der Gefahr der Verkürzuu«; 
am ehesten ausgesetzt waren, weil ihikeu Zwölfsühier 
vorhergehen. 

Die Cäaur tbeilti wenn wir jedesmal die volle Billienzahl 
der Halbverse angeben, den Zehnsilbler in 4+6, den Zwülf- 
Bilbler in 6+6, den Yierzebnsiibler in 8+d, den Seehmebnulbler 
in 8+8 Silben. 

Ehe wir ans der Hauptsaebe^ den Gesetzen der agn. Vera- 
bildnngy zuwenden, miSge die Vennisobuig der Versarten, wie 
sie von Fantosme und dem Diehter des Auban g^ndbabt 
wird, nodi kurz unsere Aufinerksamkelt in Anspruch nehmen. 

Um ermüdende Eintönigkeit zu meiden, haben scbon rbilii)p 
von Thaün im Bestiarius, Wace im Rou mit dem Verse ge- 
wechselt. Philipp motiviert dies mit den Worten: Ore voil niuu 
metre muer pur ma raisun mielz ordener. Auch bei Fan- 
tosme hat der Wechsel der Versarten im allgenieincii keinen 
andern Zweck als grössere Mannigfaltigkeit Nur wo Fantosme 
den Eindruck der Siegesuachricht schildert, hat er offenbar den 
Sechszehnsilbler mit Absiebt gewählt Bei dem Verfasser des 
Auban seheint stets bewusste Absidit yorzuUegen, stets ein be- 
stmimter SIffeot beabsiebtigt zu sein, wenn die Versart wechselt 
So werden Zehnsilbler Y. 191 — ^9 verwendet zu Anbaus rauh^, 
entsehiedener Antwort auf Amphibals Bitte^ er möge den ebrist- 
liehen Glauben annehmen. Hinter dem ndiigen Fall der Zwdlf- 
silbler sind diese kurzen kräftigen Zehnsilbler von trefflicher 
Wirkung. Dem Ausdruck der gehobenen Stimmung, des Er- 
greifenden, Feierlichen, Tragischen dient der Vierzehnsilbler, 
welcher mit dem Tetrameter Aehulichkeit bat und vom Ver- 
fasser des Auban an sechs Stellen verwendet wird. Au der 
ersten 589 ff", eröffnet Auban den Heiden, die ihn zur Rlickkehr 
bewegen wollen, seine tiefe Ueberzeugung von der Wahrheit 
der cbristUehen Religion. Au der zweiten 722 £ beratben die 



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Heiden, ob Aiiban Icbendi«^ begraben oder geblendet werden 
soll. Au der dritten 1242 IK bosclilicsst der Fürst von Verulam, 
die Christen aufs blutigste zu verfolgen. Die vierte 1368 ff. 
meldet von den Wundern, die an den Märtyrera geschehen. 
Die fünfte 1434 tf. berichtet, wie Amphibals Gebet einen Kranken 
heilt Die vier Verse der sechsten 1627 fif. schildern Amphibals 
Standhaftigkeit im Martyrium. 

Ans ftathetischer Btteksicht macht rom Wechsel der Vers- 
art auch der Verfasser des Guy von Warwick Ctebrauch, der 
zweimal die kurzen Reimpaare durch Thraden aus Siehnsübem 
nnterbriclit (Herbing, Aber die Handschrift des Guy von War- 
wick 51). Beide Male bilden Gebete den Inhalt der eingelegten 
Tirade. Im ersten Gebete findet sogar eine Steigerung statt, 
indem wiederum der Zchuhilbior dem Zvvölfsilblcr weichen muss. 

Es ergibt sich dass eine bestimmte Darstellung keineswegs 
an einen bestinmiten Vers gebunden ist. Vielmehr kann, wie 
in der Musik ein jedes Gefühl in jedem Tacte, so auch eine 
jede Stimmung in jedem Verse ihren Ausdiiick finden. Das 
Wesentliche ist hier wie dort der W echsel des Tactes^ in Folge 
dessen die Zehnsilbler-Tiraden zu den kurzen Reimpaaren des 
Guy In demselben Yerhftltnisse stehen als die Vierzehnsübler 
zu den Zwdlftilblem des Auban. Daher hat denn auch der 
Zehnsilbkr im Guy eine ganz andre Verwendung als im Anbau 
gefunden. Natarttch ich weit entfernt, den einzelnen Gat- 
tungen von Tact oder Vers ihre Eigenart'absprechen zu wollen. 

Unter den Abweichungen der agn. Versbildung von der 
Französischen sei zucrt die Vernachlässigung der Cäsur genannt, -j^ 
Diese zeigt sich, wie schon Diez hervorgehoben hat (Si)rachd. 
105), bei Garnier de Pont-Sainte-Maxcuce, dessen Verse im 
übrigen vom Französischen Btaudpuucte aus keine lucorrect- 
heiten zeigen. 

Dass im Anglonormannischen jeder Halbvers um eine Silbe> 
die ich als Auftact betrachte, verkürzt werden kann werden 
wir erst spftter keuien lernen. Y<m den Beispielen ftr die Ver- 
nachlässigung der Gftsur können nur diijjenigen als sicher gelten, 
welche auch mit Auftact im zweiten HalbTerse belogt skd. Die 
Verse des Anbau, in welken sieh durch leichte Aendemng die Cä- 
sur herstellen ISsst, habe ich mit Stern bezeichnet und am Schlüsse 
meiner Abhandlung zu denselben Correcturen vorgeschlagen. 

2^ 



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1. Beliebt ist die Verleg^iiiig der Cftsar hinter das BelatiTiUii. 
Im Zehnsilbler: 

la terre qni ert de taas bieiis si pleine. Fant 696. 
Im Zwdlftnlbler: 

jo e Ii reis Yeus ki sovent avez guerro. Ren. 1 4, 5. 
kiir de Ulli Iiome ke vive u'uiit nies pour. Ken. 11, ^iJ. 
Ulli n'i remaint kc arme pusse porter. Ken. 18, 27. 
Brieu, dist Ii reis, (^uous uoveles aporte^ Faut 1984. 
Im Vierzelinsilbler: 
celui tieng a sage qui par autre se chastie. Fant. 4. 
Jesu n'aürai pur ki ne doins une cenele. A. 1267. 

2. In gleiehem findet sie sich hinter unterordnenden Oon- 
junetionen. 

Im Zwölfsilbler: 

ben Ii ad eunte, cum Eailes Ii ad respundu. Ben. 16, 9. 

tut series gari, si peussez un poi suer, Ben. 20, 18. 

quant yict al tens ke solail fud rescunsez. Ren. 25, 27. 

e plusurz poinz par uut doit lioni estre sauvez. A. 4()G. 
est la portc par mit cuvent eu cel entrer. A. 1693. 

e eist s'eii viiiit cum ost bani e plener. A. 1285. 

escotez ore eoincnt lo jugoment donayt. Laugtoft 1, 122. 
Im Yierzchnsilbier; 

alum vers Auduewie, si me Yolez loer. Fant 538. 

3. zwischen Acycctivurn^ Possessivurn oder unbestimmte 
Artikel und dem zugehörigen Substantivum. 

en la terre a un son piiyö les tramettra. Garnier ed 

Hippeau. S. 39. 
pardunez lui rostre curuz e yostre irur. Ben. 10, 20. 
a sun eol pent un bon eseu buel& Ben. 21, 38. 
en sa main prent un bon fort espi6 quarrt. Ren. 21, 42. 
a suu poing prent un gibet ben ovre. Ren. 22, 4. 
la se sunt Ii dui ost cntremellez. Reu. 25, 25. 
si Tout [il] de lur aventures cuntaut. Reu. 26, 13. 
u noz deus uut lur lei e lur poer. A. 49. 
trois persones, un deu veraiement. A. 187. 
ki Ii doinne sun scgrei demustrer. A. 204. 
mes ne prist sum mis quors no mis penser. A. 216. 
en noz deos ad grant franehise e du^ur. A. 580. 
reimes apres $o grant gent de sei labirant A. 1165. 



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21 



Im Vierzchnsilbler : 

tost morust Tcnuaunce Hon liz comciiga i cgner. Langtoft 1, 60. 

4. liiutor ri ^ipositioncn, zimächst solchen mit vollem Vocal: 
e (leiiiciiieiit graut joie por Kollaiit ke imt en prisuiu 

Ken. 11, 35. 

requerrum le par amor a oumbaterum ißa, u no» nm o») 
Ben. 12, 11. 

Boisante reis ad a sun serrise apreetö. Ben. 15, 23. 

le message est a bud seignor vena. Ren. 16, 8. 

od nn fort gleire par andeas les costez. Ben. 30, 43. 

de 868 diz est a meireUes meuz. A. 73. 

par despit disoient a genoillnns devant IL A. 239, 

*curent e poinnent a cheval e a pe. A. 762. 

batesme of mis pur voz maus espurger. A. 1324. 

de tcu miraclc k'en lur tcrrc (lur) est aparu. A. 1398. 

Bclynus son frere en Frauuce l'ad eachacez. Langtoft. 1, 44. 
Im Vierzchnsilbler: 

ce ne fud meß oi en fable ne en geste. Faut. 116. 

la yint Ii reis d'Escoce od anuee gcnt e nue. Fant 570. 

astrent tut Berewic a flambe e a tisun. Fant. 803. 

ore est Dayid d'Escoee en Engleterre venuz. Fant 1108. 

*mä ftunes d'ilaee esmeuz en nne onneBtabUe. A. 1450. 
In folgenden FAUen trifft die CäsorsteUe hinter de: 

de ses menbres e de sa terriene honnr. Garnier ed. Bekker 

5. 62. ed. Hippean S. 89. Schon von Diez citieri 
*mut cumence de ^o esmervoiller A. 42. 

*ki ne se sevent de tos laguns garder A. 1649. 

5. zwischen dem pronominalen Object und dem Verbum: 
Im Zehnsilbler: 

senz (;o que lur fu&t nul asöaut dune. Fant. 758. 
Im Zwölföilbler : 

il le resaluent sil royent venir digner. Reu. 19,3, 

^Auban a tant s'en est alez ehucher. A.201. 

*gloire e elartö les esceint e fluri A.265. 

* dient esmesoiez yus, kar n'est pas sL A. 1518. 
Im Vierzehnsilbler: 

bien eannis le banin kis cnnduit e kis guia. Fant 1154. 

6. zwischen Adverbium und Verbum: 

sadez, seignors, mult sc vont esmaiaut. Ren. 24, 16. 



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22 



apres le manger si unt les tables levö. Ben. 27, 24. 
* les perillez resenz ja ki ore par es perL A. 24B. 

Im Vierzehnsilbler: 

e dient si cunseillier: Mar aiez le chief cuclin. Faut.584. 
seignurs, dist il, cii*t maus miit surf e leiiiivele. A. 1245. 

7. hinter den Conjunctionen si (lat. ue, e. 

uns ducs yent devant m prent eos a sainer. Ben. 19, 1 

(vielL siB prent). 
*m68 deas nel Toat ne gnerpir ne ubblier. A.203. 
*fh>idrent perea e la Inne enpali. A.254. 
*de8 releveeB e quant fu anoitez. A. 396. 
*e dat respund ne soiez ja espouri. A.486. 
*crient e breent e a terre unt geH. A. 859. 

8. zwischen Artikel und Substaiitiviun : 
n'en mustier, puisque la justise i fiist venuz. 

Garnier ed. Bekker S. 92. ed. üippeau S.89. Schon von 
Diez citiert. 

dune i Burvindrent les quatre fiz Aimon. Ben. 11,4^^. 
ieele nnt est le message sujom^ Ben. 15, 43. 
e lur mandez le iiosoing ke tob avez. Ben. 16, 36. 
de cumbatce as Saradna e FerBant (Hb. e a P.) Ben. 18,23. 
Ii reis Yens Yvit as portes si est entr^ B^ 19,40. 
*e de Im erat la renumee e pris. A. 153. 

In ähnlichen Fällen gestattet sich der Verfasser des Anbau 
auch das Enjambement. Doch scheint mir hierbei wenig:er agn. 
Eigenart als Einfluss der I^ateinisclieu Poesie massgebend gc- 
>Ye8eu zu sein, welchen ich auch oben (S. 8) glaubte Consta- 
tieren zu können. Der VersehlusB fällt 

1. hinter das Belativum: 

le sen au maistre prove Ii dedples, a ki 
en la grant seocheresoe Ii airs obet 1090 — 91. 
vgl auch 1515. 

2. hinter unterordnende Conjunctionen; 
chose ne purrunt ja faire, par unt 

diables mais aüre k'en enfer sunt parfund. 6)1 — 12. 
de Yerolame u herbergez (ches Auban) fustes, quant 
paBBastes par Brettainne d'orlent venant. 1126 — 27, 

3. unmittdbar yof das Verbum finitun: 



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23 



un poples caiitre lai e erori e hardi 

viiit, ki 8a doctrine despit e eschivi. 229 — 230, 
vgl. auch 1435. 1720. 1725. 
1. Andre Fälle finden sich 1323. 1363. 1748. 
Was an agn. Ycrscn zumeist ins Aiip^e fallt, aber den JJau 
des Verses weit weniger beeinträchtigt als die verletzte Cäsur 
ist die Freiheit jeden Hal])ver8 um eine Silbe zu verkürzen. 
Wir dfirfen (Hesc bewegliche bilbe als Auftact bezeichnen, da 
hier ohne Zweifel die Kormannifiche Sprache eine Eigenheit der 
Englischen nachahmte , welcher es erlaubt ist, metrisch 
als gleich geltende Verse hald mit bald ohne Aaftact zu 
bilden. 

Daher kann der Zehnsilbler bestehen: 

1) ans 4+6 Silben: 

a taut s'en part par ire e mautalent. A. 197. 

2) aus 3 + 6 Silben: 

Ii reis fait sa gent apparaillier. Fant 646. 

3) aus 4 + 5 Sill)en : 

cum il volsist mes estre honure. Fant 750. 

4) endlich aus 3 + 5 Silben, in welchem Falle jeder 
Halbvers in seiner kürzesten Form erscheint: 

Ii mes Inr ad trestut cunt^. Fant 719. 
Die kürzeste Gleetalt des Zehnsilblers ist also mit der 
vollsten Gestalt des Aohtsilblers identisch bis auf die im Zehn- 
silbler obligatorische Oftsur nach der dritten Silbe. 

Der Zehnsilbler hat meist seine Tolle Silhensahl, da bei 
Fantosme unter 119 Zehnsilblern nur Ii, im Auban unter 9 
nur l mit fehlendem Auftacte vorkömmt. 

Für die übrigen Versarten wähle ich solche Beispiele, in 
welchen jeder Halbvers des Auftactes entbehrt, wo also die 
^ueringste Silbenzahl vorliejrt. Für den leichter erkenn l)arcn 
Fall, wo nur einer der beiden llalbverse des Auftactes ermangelt, 
wird es nicht nöthig sein, Beispiele zu geben. 
Der kleinste Zwolfsilbler hat 5 + 5 Silben: 
n'aveit ainz justö bien trente anz passant Faai 1854. 
n'oiez vers mes diz quor dur ne ferrin. A. 53^ 

Der kleinste Yierzehnsilbler hat deren 7 + 5: 
seignurs, fiiit Ii reis Henris, kar me cunseiUiez. Fant 213. 
e dist: amis, si te doinst deus bonayentqie. A, 592. 



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Der kleinste Seehesehngübler bat 7 + 7 Silben : 
poB ad U reis d'Engleterrey 

pris Bant tnit bi enemi. Fant 2043. 

Einen Vers, nicht den un\vichtig:sten, habe ieli bis zuletzt 
aufi^espart. den AchfsilbhT. Auch ilini darf der Auftact felilou, 
in welchem Falle der Vern nur sieben »Silbou zählt; 

de bon vin eler e fleri Modwenna 1271b, 

n'en sai nent^ pur 90 nel dL Modw. 1271d. 

Belm Äebtsilbler ist das Fehlen des Anftaetes sogar älter 

als bei jedem andern Verse. Ich erinnere daran, dass der Ver- 
fasser des um das Jahr 1121 gedichteten Braudan seine Acht- 
silbler allemal dann um eine Silbe verkürzt, wenn sie weib- 
lichen Ausgang haben. 

Auf den ersten Blick scheint eine Inoorrectbeit voi-zuliegen^ 
wenn unter Acbtsilblern Verse yon sechs oder neun Silben ror- 
kommen. Solehe Verse von sechs Silben sind: 

feynz, formentz, fevez, peys. Jnbinal, K.R.2,44. 

eynz puissez vous crever. ebd. 

dont les vos fönt graut Uiiyses. ebd. 46. 

niult l'ad bei acuillie. Modw. 5b. 

niult s'en est esjoie. Modw. 35c. 

que a den se ert voee. Modw. 44d. 

encuntre ad ore amur. Modw. 74d. 

e en den cunfortö. Modw. 106h. 

quant faite ad sa oreisun. Modw. 1684. 

kar bien reit e entent Modw. 169b. 

puis les vait mult hastant Modw. 240». 

suwe est la . mansiun. Uodw. 254b. 

une plus laid ne yit hum. Modw. 313<l 

tnit Ii funt grant honur. Modw. 51 7». 

plus unt or e argent. Modw. 538a. u. s. w. 

ke Ii Clerk tant l'amoit. Cbev. D. GL 102. 

tant ke pres se aragia. ebd. 10b. 

perdi force e colur. ebd. 129. 

pur le Clerk ])leide e crie. ebd. 245, 

entendez (^a, soer bole. ebd. 352. 

si fad trei fez bais^ ebd. 414. 

Ii derk donc s*en ala. ebd. 518. 



25 



cuni den le out (lentin^. Thomas von Tuiberville. 
si uul de Qua reveuist ebd. 

Häufiger noch kommen Yerse von nenn Silben vor: 

avauntez estes de grant eft'rey. Juljiual, N. K. 2, 41. 

e de mal feie tenez Ron Iii. ebd. 48. 

seig:neiirp c dames orc eniparlez. 

qiic nos paroles oy avez. ebd. 49. 

e YUB puceles que tant amez. ebd. 49. 

ki den servirent a grant dolurs. Modw. lod. 

e de puceles ke purrum dira Modw. IIa*. 

de quel Ugnage fad engendree. Modw. 18g. 

par un esyeeqne de seinte vie. Modw. 30b. 

desqne Tevesque s'en est alee. Modw. 41b. 

a nn seint home qu'ü mult ama. Modw. 45b. 

en eurertnre ne en ubli mise. Modw. S2d. 

ne i)oct la dame ses bens celer. Modw. 54^. 

en la pastuie vus en irez. Modw. 58b. 

escha]»er (piident pur vcrite. Modw. 96c. 

pur deu requereiit qiie lein ley ^uie. Modw. lOOcu. B.w. 

})ur 8a pruesce, pur sa beaute. Cliev. D. Gl. 04. 

tant est malades ne peut avant. ebd. 160. 

ke seit encontre sa volenti, ebd. 344. 

pnr nient le dites nel creirai ja. ebd. 426. 

Yons estes fole, jeo le rei bien. ebd. 430. 

deskes a vespre dune se atornout ebd. 459. 

en nne ebambre Tad enferm^. ebd. 482. 

de male gleive tut detrencb^ ebd. 516. 

ore tost as armes com bons vassals. ebd. 525. 

de l'cwe beivre chescuns estrivc. Auban S. 5üb. 

Ii Ins de bestes, l'egle d'oisens. ebd. S. 57». 

en hotes portent cailloz [e tere]. ebd. S. 

en En^i,deter[e] sodeineinent. Thomas von Turberville. 

cillante pierres a graut fusiim. ebd. 

Wer diese Vene überflogen bat, die ich mit Absicht so 
. zahlrdeb und aus yerschiedenen Zdten gewftblt babe^ wird auch 
iiber ihren fian im Reinen sein. Das flRr den Achtsilbler von 

6 und 9 Silben cliaiacteristisehe ist die Cäsur hinter der drit- 
ten oder vierten Silbe. Dem seclissilbi^en Yerse fehlt der Auf- 



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26 



tact in j«der Hilfle. Der neunsillnge Vera hat beide Aufkaete 
und hinter der vierten Silbe eine tonlose onmittelbur tot der 
GSsnr. 

Die CäBur des Achtsilblers hat Gaston Paris als ein Erbe 

der Mittellateinißchen Versbildiinj? im Leodegar und in der 
Tassit 11 iiacligcwiciscii (Konuuiia 1, 292. 2, 295) und aus luuf 
Bei?!) i eleu der Passion g:czeigt dass der mit Cäsur versehene 
Achtsilbler eine überzMliliire tonlose Silbe vor der Ciisur zulässt, 
also neun Sil])en haben kann wie so oft in der Modwenna. Den 
Proveuzaleu scheint die Cäsur im Achtsilbler als Princip des Ver- 
ses völlig unbekannt zu sein; schon Graf Wilhelm von Poitou 
verschmäht sie. Das Französische hat sie glücklicherweise frühe 
au%egeben. Kar das Anglonormannisehe hat das Gef&hl für 
dieselbe noch bis ins 13. Jahrhundert bewahrt 

Sobald der Achtsilbler sechs oder nenn Silben hat, ist die 
Oftsur obligatorisoh. Verse von sieben oder acht Silben lassen 
sieh zwar zumdst, aber doeh nieht immer mit Cftsur lesen, 
Beispiele ohne Cäsur sind; 

esteit en Escose manant. Modw. r268c. 

niais tuit Ii petit e Ii grant. Modw. 127251. 

kar si Ii veisel est trovez. Modw. l2Slc. 

a vus le Yoldrai enveer. Modw. 1253». 

e en vunt dampne deu loant Modw. 1289<i. 

Verse ron sieben Silben sind nur, wenn die dritte und vierte 
Silbe tonlos sind, als cäsurlos zu bezeichnen. Der Fall ist 
höchst selten. Ein ßeispiel: 

ke sa alme uc seit perie. Modw. 170o. 

Das Schwanken der Silbenzahl zwischen 6 und 9 ist für 
den Bhythmus des Achtsilblers yerhän^^nisToll geworden, indem 
man schliesslich auch in sechs- und neunsilbigen Versen die 
Cftsur yemachlftssigte. Derartigen Versen scheint jeder Rhyth- 
mus zu fehlen. Nur selten begegnet der seohssübige Vers ohne 
Cäsur. 

tuz assentir a uu. Chron. anglon. 1,82. 
qui quo aukes en beyt. (Or hi pan-a). 

Desto häufiger ist dag^n der neunsilbige: 
des autres Normanz ne sai conter. Chron. anglon. 1,79. 
de Tostre venue mult yus rnend. ebd. 80. 



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27 



curteis e quentis estie voldroi. ebd. 83. 

en la Novel Forest fu blesse. ebd. 91. 

cumbien des charues en cbascon vile. ebd. 92. 

a cels dex dona sa bcneigon. ebd. 113. 
Wie woUaatend sind im Vergleich zu diesem Geatolper 
noch Langtoftß Verse, welcher zwar der Auaspraclie semer 
Zeit Bechnung trägt» aber den Bbythmus des Verses keineswegs 
yemachlässigt 

Abgeseh^ von der Vemacblftssigttng der Cftsar und dem 
Hinwcgbleiben des Auftaetes sebeint sieb die Anglonormaonisobe 
Yersbildmdg yon der Franzdsiseben niebt zu untersdiddea. 
Wol aber macben sieb Untersebiede in der Ausspracbe geltend, 

die zwar dem Bereiche der Lautlehre zufallen, deren Kenntnis 
aber zum richtigen Lesen der Verse erforderlicli ist. Sie be- 
stehen in der einsilbi^^en Aussprache zweier zusaninienstossen- 
den Vocale und iu dei- Verstummung des tonlosen e. Um 
siclier zu gehen, entnehme ich die Belege für den Siibenvcrlust 
nur Halbversen mit Auftact^ während ich für den Silbenwertb 
eines Vocals nur Halbverse mit fehlendem Auftaot zeugen lasse. 

Fälle, wo Doppelformen desselben Worts von Alters ber 
neben einander bergeben, kommen niebt in Betradit Ein ge- 
ttbter Vorleser wird, wo der Sebrdber unter mebrem Formen 
desselben Wortes die rerkebrte w&blte, ebne weiteres die liob- 
tige dafür eingesetzt und z. B. in 'jo peeoheres orphanin' A 
1835 ttber das s, in 4ores Tunt seisi e pris' A. 159S Uber das 
e von lores hinweggelesen haben. In meinen Citatcn habe ich 
bei den Lesern dieser Abhandlung das Gleiche vorausgesetzt. 
Andre Fälle sind: *puis respund cum celui' A. 591, wo cume, 
'tant k'une chauibre' A. 512, wo ke une zu lesen ist. Das e 
in angere 1064 ist bekauntlich nur stummes Zeichen. 

1. Unbetontes e verstummt vor folgendem Vocal im sel- 
ben Worte, gleicbviel ob letzterer betont oder unbetont ist 
Hierher gehören besonders flexionsbetonte Perfectformen. In 
d^ PerfeetiSy welebe ursprünglieb statt des e ein o zeigen, 
lag anfangs Znsammenziebung vor. Das einsilbige onst in der 
von Jttbmal beransgegebenen Altnormanniseben Fredigt ''Grant 
mal fbt Adam' ist das älteste Beispiel dieser Znsammenziebung. 
Andre Beispiele gewäbrt der Brandan (sousum 763, ousmn 764, 
pouse 157'i). Neben den zusammeugezogeueu Formen blieben 



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i 



28 

auch die vollen im Gebrauch und erlitten den Wandel des o 
zu 0. Dann erst lag die BßJglichkdt des Verstummens YOr. 

Als [man die Quatre Livres des Reis aufzeichnete, existierten 
drei Formen neben einander: oust, eüst und ust; ob daneben 
noch eine vierte Form, die älteste von allen, ollst, vorkam, ver- 
mag ich nicht zu constatieren. Das Wichtigste ist dass in 
den Quatre Livres des Keis schon zahlreiche Beisi)iele die Ver- J 
ßtummung des e beweisen : juine S. 48, juner ebd., vosture S. 76, 
nißsuras 127, dust '211, bonured 272, dussent 406 a.B.W. 

Als Beispiele für den Silbenverkist führe ich zuerst Per- 
fecta an, in denen e aus o entstand: enmes A. 1273| eust Ben. | 
22, 20. 24, 1 , ust A. 177 ] , eust A. 1346, eussent Fant 1 174, ussent 
A.795, eu A. 44. 1227. ^ deust A.1265, deussez A. 551. 962. ~ 
geusent A. 1543, gen A. 795. — meuz A.479, esmenz A. 521. . 
1450, esmue A. 537. — peus Jubinal, N. R. 2, 46. — peusum | 
A.r299, pou8t Ren. 23, 32, peust Faul. 797. — pleust Fant. 1726. \ 

— seuz A.241. 

Andre Perfectformen sind : receu Fant. 94. — creumes A. i 
114(>. — parcruz A. 288. — recunu A. 1800. — deise A. 1825. 

— ])cneie Ken. 26, 2, beneite ebd. 32, 36. — feinies A. 1546, , 
feistes A.1129, feist Fant 1813. A. 1560. — prist P^ant 935.— 

estonst Fant. 989. — veimes A. 1143. 1105, veist Fant 1450, j 
Teissez Ren.20,36, veissiez Fantl204, veisez A.695, veu Obev. 
D. GL 349. A.541. 1165. — purrn A.849. 

Femer andere Wortarten: emperenr Ben. 14, 25. 31, en- 
freignurs Fant 683, salyeur Fant 1521, guerrenr (statt iguer- 
reietlr) Fant 2035, prechur A.559, peochurs A.1047, precheur 
A. 1479, cha^ur A. 1421. — aleure Ren. 12,36, vesture A. 604, 
porture A. 614, adanture A. 019. — malure A. 536. 756, bo- 
nur6 A. 1043. — seur A. 378. — meismes Fant. 194. 526. 1509. 
1635. — juuö Ren. 27,jl7, jeune Modw. 48d, jonez Langtoft ; 
1,244. — ottrayt (auctoiicabat) Langtoft 1,72. 122. 156. 

Dagegen behält e in den angeflihrten Fällen auch vielfach 
seineu Silben werth. In Perfectis mit e aus o: ettmes A. 1522, 
etistes Fant 940, eUssum A. 1525, eU A. 1396. — seü A. 82. 

Interessant ist die dreisilbige Verwendung der Form feüssez ; 
Auban 611. Ich trage kein Bedenken die zahlreichen Schrei- 
bungen dieses Perfeote mit unberechtigtem e (feumes fensse » 
lat fuimos foissem) auf die Aussprache zurttekzuftlhren. Man 



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29 



bildete ans falscher Analoge, weil neben ttmes ein ettmes, ne- 
ben iisse ein eüssc »taud^ auch zu fumcB ein fettmeS} zu fusse 
ein feüsse. 

Andre Perfecta mit Bilbebihlciideni c sind : reereii A. 862. 
— rec'uneü A. 93. — feistes Fant. 8. — oceismes A. 1526. — ve'i- 
weß A. 1184, veissiez Fant. 866. — 

Andre Beispiele: esling[e]te Fant. 1191, changeär A. 
572 y eiiginn[e]ürs A. 596. — aseOr Fant 461. — meSmes A. 
656. — gelr A. 1236. 

2. Aus der Zusammenziehimg zweier gleichen Vocale ent- 
Bteht ein einfaeber Yocal: gnalgiienmt Fant 402, guaignage 
Fant 579, gainnur A. 1141, grant Ben. 10,21 22,30, graante 
Fant 520, granter Fant 926. 987, grante A.30. 785, age A.288. 
Grante, age entstanden zunächst aus graante, aage, diese letztem 
Formen iuis <2:reantCj eage; es liegt also Zusamniciizieliung vor, 
nicht Verstummuug des e. — seez Reu. 11,16, seiez Ren. 26,24 
ceer (lat. sedere) Ren. 11, IS, veer Modw. 528c, ver Chev. D. Cl. 
210. A. 761, veez Reu. 22, 26. 34. Fant. 169. 335. A. 2S6. 1 IS5, 
precher A. 45. 1642, prechant A. 806. 1292, pescera (statt pes- 
oeiera) Fant. 1241, seete Modw. 203b, veel Modw. 1000a memes 
Langtoft 1,224. Hieherziehe ich noch rainst Fant. 1890, reinst 
A. 1799. (vgl raeinst Oxf. Pb. 106,2), rangum A. 94. 292. 1024. 
(aus raan^un, raen^nn), penant A. 1827, mangle Bat de Manso.u- 
rah in JoinviUe ed. Miohel. B. 347. 352. (rgi mahanglö Langtoft 
1,254; doch könnte demangler JoinviUe S. 348 auch gleich de- 
magier Langtoft 1, 16. 224. sein). 

Die Zusammenziehung findet an der Wortgränze statt. <^'o 
o'id Fant. 1410 (dagegen ceo oi als drei Silben Chron. anglou, 
1,68.) a Appelbi Fant. 1458, a Audnewic Fant. 1692. 1700. 1710, 
a'niendenient Modw. 393Ji, a'brcdune (statt a Abredune) Modw. 
1311)1», ke Ii sancs raa aval A. 1610, ferma'scalon (statt fcrma 
Ascalon). Bat. de Mausourah in JoinviUe ed. Miohel S. 339, od 
moilez (statt od moi oiez) ebd. S. 343. 

3« Ans a + i; a + u entstehen die flehten Diphthonge ai, 
au: pais nnr Ben. 21,15. Langtoft 1,146, sonst stets pals Fant 
968. A. 715. 1119, pesant Falke F.W. 90, traitres Fant 892. A. 
1101, traisun Modw. 228o. Ghey. D. GL 472, tresoun Fulke F. W. 
37. Langtoft 88, parais A. 109, aunö Modw. 1940h. Dagegen 
enyalr Fant 147, Bafil Fant 172, aftrent A. 1798. 



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SO 

An der Wortgräiize: a itant Ren. 24,7. Cbev. D. CI. 3G2, a 
icel tens Modw. 1818a, la u Kcu. 13, 2. Fant. 13G9. Chcv. D. Gl. 

266. 540. (in diesem Falle tritt bekanntlich auch in Frankreieh 

Zusammenziehmig dn), a im A^SdO, a nne A. 75 (oder une mit 

stummem e). 

Fflr die Entstehung der Diphthonu:e ei, eu, oi, ou sind die 
Beispiele sehen, vgl. reine Chvon. anglon. 1,73. 74, treuz Um, 22^ ^ 
32.25,13.26,45, oisez Ren. 20, 33. 28,8, oi 26,33, oi audiri 
Chev. D. Cl. 437, vgl. oismcs A. 1533, oi A. 7(). 131 u.s. w., cspotiri ' 
A. 486, Leircestrc Fant. 2036 vgl. Thojuas cd. Hippeau S. 21. 
GloUcestre Fant. 981. Thomas ed. Hippeau S. 33. Gaimar 6449. 

4. Wenn ein i oder u vor folgendem Voeal sdnen Silben- 
werth einbflsst, so* tritt in der Aussprache j oder w an seine 
Stelle. 

Beispiele fttr i: Teu Ren. 10,5. 9, erestient^ Ben. 28, 3, 

29,7, seriez Ren. 20, 18, viande Fant. 1413, anrinm Fant. 794. 

puiricz Fant. 1148, aliauce A. 299, celestien A. 302, rcvelnciuu 
A. 313, diable A. 1599, deble Fulko F. W. 20. Blonde von Ox- 
ford 2647. 4480, erceden (arcbidiacouus) Lanirtoft 2,4. 

Einsilbigkeit findet an der Wortgränze statt in i out Ren. ^* 
14,44, de ci al Ron. 17,40, Ii ad Ren. 16, 0. 9, Ii aiderum Fant. 452, 
Ii autre Fant 1825, nl areit Chey. OL D. 52^ faiUi ayoit ebd. 234. i 
456, Id a A. 466. 524, ki or A. 243, U ad A. 960, U aroit A. 391, 
si a A. 1567. 

Dagegen ist Zweisilbigkeit vorbanden in: Yeus Ren. 14,27. 
17,31, teniön Faut. 139, kgiiiu A. 303, reinissiün A. 330, sauvaciUm 
A. 1194, alle A. 1272, Her A. 1615, celestiens A. 723 diüblc A. ! 
287. 1048, cresticus A. 420, orient A. 1127, Beliäl A. 1622, und ' 
an der Wortgränze in; i äut Kon. 12,30, ki estoit A.727, Ii äd 
A. 374, Ii öfrimes A. 1149, Ii üns A. 1168. 1592. ; 

Die Fälle für u sind selten: sues Ren. 12,34 (zweifelhaft), 
Giueu lat Judaei A. 307. Giu A. 1660. Das Wort anuel A. 625 
hat sehen in den ältesten Texten (im Gomputus z. B.) nur 
zwei Silben. 

u gilt als Silbe in hn61 A. 1427, GuiSus A. 240. 

5. In andern Füllen ist die Einsilbigkeit wahr? cb ein lieb i 
nur eine Folge rascher Aussprache der beiden Vocale : paons I 

A. 826. 884, paene A. 337, voer lat. videre A. 941, Ical A. 601 ! 

i 

i 



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dl 



leans A. 171, leumeat A. 1215, leus (im fieime) A. 1471, Jone 
(aus Johane): bone Jubinal N. R. 2,34. 

An der Wort^rünze : ga eiiz Faut. 1979. Modw. 703c, loiiiz 
(aus la enz) Modw. SO Iii, leyns. (Jliev. ix la Coibeille S. 'M, e 
as Ken. 19,12. 17,14.41, e a Fant. 1409. Letztere und andre 
Fälle sind mir fraglieb. Citoicu seheint A. 2S5. 1229 zweisilf)ii;' 
gebraucht und ist wol citeein zu Icseu, wie 8. r)Ob geschrieben ist. 

Zwei Silben bilden die zusanimenstoesenden Vocale in le;iu- 
ment Fant. 850, poestis Fant. 1118, paens A. 727. 1056, loUn A. 
281, leönesse A. 1405, purvoi^r A. 1695, reftl A. 1616> po&r A. 49. 

6. Hinter vollem Vocale darf prothetisches e ausbleiben, 
e von est und en fhit. inde) schwinden. In wie weit das älte- 
ste 1 liinzösiseh derartiijcb zuiicbs hat GParis iu der Alexius- 
Ausgabe S. 132 erörtert. 

Beispiele: c csquior Ken. 18, 2G, vgl. e Escler Ren. 19, 14, 
a seient Faut. 2S1. .Modw. 859d. 168(i'l. ßenets Thomas 509, e 
escuier Fant 1791, e e.>^tabilit6 A. 660, ki est A. 742, k'ami est 
A. 1309, go est A. 1693. — c cn Ren. 21,8. 25,30, jo en A.829, 
ki en A. 588, ta en A. 585. (aber Ii «n A. 176). 

So auch e der Pr&positionen en und entre: e en A. 312, 
e endoetrin^ A. 341, la*ndreit, ^a*ndreit oder laundreit^ gaun- 
dreit sind auoh in Prosa häufig. — e enti-e Ren. 29,3. 

7. Hinter betontem Vocale könueu die Pron. j)crs. me, te, 
se, le, les ihren Vocal einbüssen; doch zeigt die Schrift gern 
die vollen Formen, kis (statt ki les) Fant. 1154, odiii le gard 
ki eria A. 528. Ich lasse weitere Beispiele hinweg und yer- 
weise auf GParis, Alexius S. 133. 

8. Wo die Pron. pers. me, te, se, le, les unmittelbar hinter 
ne oder hinter me, tc, se, le stehen, können sie nach altem 
Gebrauche ihren Vocal cini^iissen (Alexius S. 133. Gr.2,107). 

si dune ne me puis succurre. Fant. 503. 

ke ne me chargez de cest honur. Modw. 139d. 

ne te serroit or ranyum, A. 94. 
Im Anglonormanhiiehen ist dieses Gesetz dahin erweitei-t, 
dass die Verkürzung ganz im allgemeinen hinter tonlosem e 
eintreten und sieh auch auf ne^ de^ de- und re- in Zusammen* 
Setzungen, sowie auf die Formen des Artikels le, les, des er- 
streeken kann. (Auf die Yerkttrzungen der Pronomina hinter 



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que, entrc, coiitre bei Bcuoit macht öettegast^ Beuoit de baiute- 
More S. 43 autnierksaiii.) 

e deiiieinciit giant Joie por. Ken. 11,35. 

e des autres Chevaliers, Ken. 13,26. 

e de tene crestre ble. Kon. 15, S. 

icil ad entre les deus. Ben. 15,27. 

e les quatre fiz Aimon. Ren. 18,43. 19,43. 

la dame plure de joie. Ben. 28,45. 

paiole deyant les autres. Fant 439. 

e les eseuz damagier. Fant. 656. 

quil ne nos face detraire Fant 1409. 

(mes) pur ce qe bien vivre ne volez. Jubiual, N.II. 2,43. 

vivre ne poiicz matyn ne seyr. ebd. 48. 

Ich bous e les malveis dampuera. Modw. 17d, 

ke nule de dames piiisse issir. Modw. 164l>. 

desque les cspalles nue ester. Modw. 338b. 

parole de deu enteire e pure. Modw. 4ü3d. 

e plure des olz pitusement Modw. 501b. 809b. 

ke reyertir rolt a sun pais. i\lodw. 528a. 

anoele se oleime pur verit^ Modw. 742o. 

ja nule de yus n'en escorrat Modw. 780b. 

Ii sule remeint en oest muster. Modw. 800a. 

u l'autre ne deive bien partir. Modw. 809d. 

de sa dolur e de sa feisanee. Modw. 923b. 

parole de deu e nette e pure. Modw. 929c. 

une des sorurs apelc (Iis. apela) avant. Modw. 951». 

encuntre le cuis de la rivere. Modw. 962». 

c de Modeweuue la honuiee. Modw. IblOd. 

quo ne voleit estre loing de Ii Chev. D. Cl. 86. 

por poi ke suu sen ne rechaungat. ebd. 12b. 

Ii Clerk la damoisele requist. ebd. 223. 

e de la folie se ohastiereit ebd. 248. 

kaut ikire me poez alegganoe. ebd. 316. 

ke apertement e de gre suffiir. el^d. 345. 

de suth un perer se reposa. ebd. 464. 

fole me quidout ayer troyö. ebd. 530. 

mes fud le elerjastre de la yfle. ebd. 559. 

ke dcceivre la quidout par gilc. ebd. 560. 

ke ne fuis^z detreuchez. A. 95. 



33 



e mst ja noise ne A. 247. 
a den mue le curare. A. 296. 
e le crucifi en sun. A. 323. 
e le Bubterin Plutun. A. 336. 
en tenegre devant jur. A. 554. 
e deful6 e senglant. A. 1163. 
e par esample de vus. A. 1226. 
ke le coro Aracle est si sanö. ebd. S. 58a. 
Genoreye de Paris [numee]. ebd. B. 58b. 
utre le pimt esteit im pays. Jubinal, N. B. 2,305. 
la beutö defleriTTe ne sai mie. ebd. 
de Franee ne dona nne allye (Hb» aylle). Thomas Ton Tur- 
berrille. 

fert de launee e de l'esp^ Langtoft 1,144. 

dega la mer e dela. ebd.'170. 
dega la mer ne dela. ebd. 178. 
en Tun e l'autre de saunk. ebd. 222, 
a pai-tir e deviser. ebd. 230. 

Die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts geschriebene 
ModwemiA-Handschrifik l^g^ vielfach Zeugnis davon ab, dass g 
im Auslaut hinter tonlosem e vor eonsonantisehem Anlaut ver- 
stummt Diese Yerstummung seheint aueh hinter auslautendem 
-es die Yerkftrzung zu ermdglichen. 

les dames se simt a tant alees. Modvv. 903.a, 
des robes se vuut apariller. Modw. 912b. 
de riehes, de poveies ensement. Chev. D. Cl. 75. 
des homes, de femmes, de tote gent ebd. 76. 

Mehrere der angeftlhrten Beispiele lassen sieh durch Vör- 
stummnng dnes e oder durch leichte Oorrectur entfernen z. B. 
qnll ne nns face detraiie. Fant 1409 durch Streichung von 

qu'il. Doch scheint mir in den meisten Fällen die Verkürzung 
unanfechtbar, zumal es sich nur um die Anglonormannische 
Erweiterung eines der Französischen Sprache von Alters her 
. eigenthiimlichen Gebrauches handelt 

9. e verstummt in mehreren Ftilen zwischen Ckmsonaaten« 
firai statt feni findet sich schon in den Quatre Livres des Bds 
a 12. 13. 18. Fant 69. 188. 808. Chev. D. CL 494 A. 450. 1263, 
aw^ ftseit dnsilbig A. 1170. Langtoft 1, 196. Seltner ist ferai 

SaakItVi Vto dt mSaM Atüttm» 3 



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zweisilbig Ren. 12,10. A. 1S8. — esperit ist zweisilbig im Auban 
16S. 1S6. 250. 893, dagegen dreisilbig A. 340. — Neben gueie- 
diin A, 1221 erscheint guerdun A. 1045. 1725. — pelerin zwei- 
silbig Aubau 423. — ebenso enemis A«1213. LaDgtoft 1|130. Var. 

— BeveliBt Langtoft 1,120. 146, — serement Chron. anglon. 1,67. 

— darayn einsilbig Langtoft 1,8^ droyn Fulke F. W. 2SL S^.— 
oorone einBÜbig Chnm. anglon, 1, 66« 67. — leyeUoiaii A. 343. — 
ooTenist Ghev. D. d. 198, covenant ebd. 404, rorenur ebd. 454, 
covenaimt Langtoft 1,48. 218. Wie man sieh^ ist in den meisten 
FflUen ein r im Spiel 

In der Lautgruppe -rer- wird e gern ausgeBtossen. livrai 
Fuut. 420, alirai (statt attrerai) A. 12(37, cnipcriz Chron. anglon. 
1,109, emperyce Langtoft 2,1, deniorait (statt demorerait) Lang- 
toft 1, 12. 100, perrye (statt perrerie) ebd. 42, endurayt (statt eudu> 
rerayt) ebd. 80. ^ 

10. Tonloses e kann verstiunmeni wenn ein Yooal unmittel- 
bar vorgeht. 

iieispiele: Marie Ben. 11,9. 19,30, joie Ken. 11,35, Lewis 
Fant. 31. 34. 133. 455, dagegen dreisilbig 85. leh nebme an dass 
die Yerkttnte Form aus Lo^wis enistand (Tbomas ed. Bekker S. 65. 
95)y und nieht aus Lowelto (Thomas ed. Hippeaa S. 146. 147), 
Teiaiement Fant, 279, soldeies Fant 605, prie Fant 765, Lohe- 
leng Fant 892, erierunt Fant 1799^ seie Modw. 197c, joie Hodw. 
334d. Michel rapp. S. 1 1 3, praerie (das erste e ist stumm) Modw. 
1749d, veie Modw. I393:i, espeie Modw. 1921a, linier (statt lie- 
mier) Modw'. 203», mie Modw. 155^^, chastiereit Chev. D. Gl. 248, 
joie ebd. 268, maladie ebd. 276, vie ebd. 302, voie A. 733. Die 
Endung -^e (lat. -atam) reimt zu 6^ (lat aetatem) A. 529. 
espountä Jubinal, N. H. 2, 358. 

Hierher gehören auch die Fälle, wo das e der Verbal- 
endung ^t seinen Silbenwcrtli verliert, wenn ein Yocal unmit- 
telbar Torgeht lesaluent Ben. 19,3, aloent Ben. 25,41, seient 
Ben. 31,2, saveient Fant 998, areient Fant 1061. 1410. 187t> 
teneient Fant 691, dient Modw. 322d, poent Modw. 526b, ydent 
Modw. 1284ay disoient A. 239, aient A. 643 dient A. 1518, poent 
(: gardenmt) Bat de Mansomtih in Joinville ed. Michel S. 333, 
eijivaynt (lat. *inde-viabaut) Langtoft 1,92, pount ebd. 100. HO. 

11. Anlautendes a-, es-, en- können Abfall erleiden. 
Beispiele föi* deu Abfall von a-; che vor Modw. 219 b, masser 



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S5 

Modw. 1348 d 1601c, fubler Conquest of Ireland S. 29, moue- 
ster S. Edward (iOö, choison (Gr vint la tens), peler Blonde 
von Oxford 2628, cater ebd. 2637 chater ebd. 3101, proehier 
ebd. 3112, traper elxl. 3350, corder ebd. 3358, cemer Stengel, 
Cod. man. Digby S. 49, ooler Langtoft 1, 10, proeher ebd. 88, 
9% Taler Falke F. W. 37, 39. 

UmgekeliTt findet sieh a Torgesetst: affermer Langtoft 1, 

134, amarier Chron. angloii. 1, 103. 

BeiRpiele für den Abfall von es-: panir (Or vint la tens), 
maier ebd., bouser (lat. sponsare) Blonde yon Oxford 2826 
pOQser ebd. 3151, conser ebd. 2688. 3099, Buier ebd. 3125, per- 
vier ebd. 3145, loyner Stengel, Cod. man. Digby S. 127, pee 
Falke F. W. S. 19. 

Beispiele des AbfkUs von en-: glais statt Anglats (Or yint 

la tens), eontrier ebd., tendez ebd., tendu Blonde von Oxford 

2690, gauer ebd. 3108. 3133, gines Bat. de Mansourah an Join- 
ville ed. Michel S. 331, terrer Chron. anglon l, 116. 

In einem Beispiele erleidet re- Abfall; pona statt respon- 
dit (Or vint la tens). Aber das Gedieht, welches dieses Bei- ' 
spiel aufweist, ist von einem Franzosen gedichtet und seheiat 
d&e Anglononaannisehen.Spraehfehltf zu ttbertreiben. 

Dem Ab&ll der drei Lautgruppeu ging dne Zeit vorans^ 
in welcher man sie vertanschte. Der Schreiber der Modwenna 
ist völlig in üiigcwislieit, wo er a-, wo es-, wo en- zu verwen- 
den hat. Daher findet sich neben csluiguer Modw. 1857^ auch 
enloigner Modw. 1105^1 und aloingner Modw. 1204c^ neben 
esmaier bald amaier Modw. 702 c Chev. D. Cl. 476, bald en- 
maier Stengel, Cod. man. Digby. S. 30, neben esmerveüier bald 
amerviller Modw. 966 c Chron. auglon. 1, 96, bald enmervayller 
Langtoft 1, 246. Statt es- zeigt en- enmen Langtoft 1, 240. 
260; a- zeigen abatu Ghey. D. GL 527, abay Johinai, N. B. 2, 
36, affiraö Langtoft 1, 12. 

a- wird m es- in esbraser Modw. 1224b, eschever Modw. 
335». 705*1. Daneben erscheint abraser und achever (1202 a)^ 
eslumer A. 340. — a- wird zu en- in envancer Chron. anglon. 
1, 75, endeser Stengel, Cod. man. Digby S. 25, ensur Fulke 
F. W. S. 113 (statt aseiir; es ist das Englische ensure). Be- 
kannt ist encheson (lat. occaaionem). 



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« 



36 

en- wird zu da- in eblummer A. 184, eschantemeut A. 195, 
escemdre A.265, esnuicr A. 375, escereher A. 436. — ebenso 
zu a-: atendre (Gr vint la tens), aoontrer Jubinal, N. £. 2, 35, 
ansoroher Langtoft 114. 

Was die YertanseliuDg von etr und en- betrifft, so erinnere 
ich daran, dass auch in Frankreieb verstummendes s yereinzelt 
mit n NNCchselt (Förster in der Zeitschrift für Oesterr. Gymn. 
zu Duiniart l>537). Ausserdem scheinen folgende Lautüber- 
gänge die angeführten Vertaußchungen bewirkt zu liaben; 

a) Wandel des a in e: ebeissee Modw. 801 efebliös 
Modw. 1112 d, essembl^ Modw. 1599 a. 1651 d, eresteient Modw. 
1900 d, essailU Modw. 1991 d. 

b) Wandel Ton e in a: ]<ip airer Modw. (sebr bftufig), 
alevee Modw. 1892 b^ asmenreill^ Modw. 1695 a, aspessement 

Modw. 538c, maprisun Modw. 1204d, asteindrat Modw. 803«, 
desasperance Modw. 1195c^ asteie Modw. 1187 b, assuez Ken. 
30, 12, ascapa Ren. 31, 18. 

c) Das Verstummen des s vor folgendem Consonanten: 
epande Modw. lllSo, epiriz Modw. 1227a, epamie Modw. 
1929 a^ eforcö A. 768. 

d) Nnr selten gebt en- in an- über: annuer Modw. 11596, 
crestiantö Modw. 131 3 an Langtoft 1,54; nur sanz (lat sine) 
ibt häufig. • 

12, Ein wichtiger Pimct ist das Verstummen des touloseu 
e im Auslaut hinler einem Cousouanteu. Mau erwarte von 
mir nicht dass ich die Falle, wo e verstummt, bestimmt um- 
gränze. Das Material, w^elches mir zugänglicli ist, reicht dazu 
bei weitem nicht au& Nur mit Hülfe einer kritischen Ausgabe 
eines gut Überlieferten Gedicbtes wflrde ieb im Stande sein, 
den Spracbgebraueb eines bestimmten SebriftotellerB in dieser 
Hinsidit fiastzustellen. Fttr den Spracbgebraueb irgend eines 
Zeitraums Hessen sieb auch Urkunden und gleiebzeitige Hand- 
schriften zu Batbe ziehen; doch ist zu bedenken dass die 
Schrift oft zäber ist als die Aussprache und sich oft lange 
sträubt, von Lautveränderungen Notiz zu nehmen. Unter den 
wenigen Fällen, welche ich für die Verstummung des e anzu- 
führen habe, dürfen nur diejenigen als sicher betrachtet wer- 
den, weiche durch eine Reihe von Stellen belegt äind. 



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37 



Sclion iu der zweiten Sprachperiode scheint e vereinzelt 
stumm zu werden. Wiederholt kommt das Wort ^sire' im 
Benalt S. 11. 13 und bei Fantosme 1421, 1541, 1544, 1549, 
1558 mit stummem e vor (dooh auch mit lautem e Ben. 13, B). 
Andere Beispiele aus Renalt sind: emperere 11, 10. 28, 13, 
eele 20, 36. 43 (doch ygL S. 16), mauere 22, 7, noreles 26, 33 
(doch YgL S. 30), le ereme 29, 45. 

Bei Fantosme erscheinen guerre und terre sogar im Reime 
mit stummem c 999. 1000. aber nur in einor Handschrift. 
Die Aechtlieit dieser Reime ist sehr zweifelhaft. Sicher hin- 
gegen scheint graveut (statt gra^ eute) Fant. 1780, gleichfalls 
im Reime. Da ich bis zum J. 1249 kein weiteres Beispiel für den 
Sehwund eines e im Beime beibringen kann, möohte ioh Fan- 
tosmes grarent lieber zu den Fällen reebnen, in welehen auch 
in Frankreich zuweilen e abgeworfen wird (Andresen, Ueber 
den Einflttss von Metrum Assonanz und Reim S. 9). Andere 
Beispiele sind: WiUamo 323, 1712 (aber e ist laut 422. 478), 
ceste 17, seisante 161, eyesque 385, ure 1578, wo aber yiel- 
leicht dem Sprichwort zu lieb der Vers um eine Silbe vermehrt 
ist, terre ISG, Engleterre llOS, 1530 vgl. 791, dire 1448. Ele 
llihrc ich nicht an, da auch in Frankreich dafür el erscheint. 

Aus der Modwenna habe ich folgende Beispiele zur Hand: 
dame 23Gc, 271c, 626a, 802», 881h, cele 631o, 740b, HUo, 
ceste 831b, 897 a, home oder mere 1733«^ pere 638c, mesaise 
756 b, gar! gar! 1832o. 

Aus dem Fabliau (Romania 1, 73): dame 36, S3, 118, 
164, 168, 263, 305, 351, 391, 523, dammoisele 252, cele 300, 
une 383, 403, fenime 440. 

Aus Auban: sauf 244, esclavine 519, Image 624, pere 644, 
ceste 745 , gar 956, une 75. 1450, recleim S. 56b, of 101, 
318, 909. (noch bei Fantosme stets zweisilbig ove oder oyoc 
1540), nunante 1403. 

Philipp Yon Beaumanoir, der in Blonde von Oxford den 
Grafen ron Gloueester gebrochenes Französisch reden lässt, hat 

nur in porccl (komische Entstellung aus pucele) 2824, 3151 e 
verstunmien lassen, im Inlaute aber (iu eusmes u. s. w.) e stets 

als Silbe gerechnet. 

Ich habe oben die fünfte Sprachperiode als diejenige de- 



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38 



finiert, welche die Verstummung des e im innern Verse häufig 
gestattet und auch im Reime nioht ausschliesst. 

In der Sohlaoht ron Hansoitrah (1249) fiült e nur in dem 
als Hasottlinnm gebranehten Worte baner ab (Miebels Joinville- 
Ausgabe S. 345, 346). 

Hugo Ton lineoln (bald naeb 1255) zeigt folgende Fälle 
im Reime: ure Str. 28, sure ebd., terre Str. 36, mere ebd. 
[Man lese diese Strophe, die bei Michel und Wolf unverständ- 
lich ist: 

Parfond ßait fui dedenz la terre, 

ke hom crestien ue de mere 

u seit enterre puis vere (= possit videre) 

nostre privet^ ne savere.] 

fontain Str. 48^ a pain ebd., ur 59^ aventnre ebd., esglise 69^ 
ehanoin 70, mere 71, obere ebd., test 86, bont 92. 

In Ghannter m'estoit (Tom Jabre 1264, PoL Ebngs. 125) 
stoben Gaunterbyr und pyr im Reime. 

In der Erzählung Du roy ki aroit nne amie. Jnbinal, 
K. R. 2, 309 stehen im Reime leer (latro), eher (eara), baner, 
coruu. 

In der Fortsetzung des Brut (Chron. aiiglon 1) reimt 
moster : pere S. 71, Normanz : Fi auz S. 75, mesaventur : dolur 
S. 79, oisel : hei (lat. alam) S. S3. 

Bei Peter von Langtoft finden sich im ersten Bande bis 
S. 264 folgende Fälle der Verstummung im Keime: lycens 14 
Var., purpense 16, frer 58. 182, pere (latpatrem) 50. 58. 190, 
emperer 62. 66, baner 78. 192, trent 80. 86, Per (Petmm) 110. 
132, eoroun 146. 172, maners 174, peres (petras) 176, enelyn 
180,* anmonn (Ahnosen) 248. 

Ob aueh der Artikel le Stammes e haben kann, wage ieh 
nioht zu entseheiden. Doeh seien folgende Fälle notiert, die 
in der That dafür zu sprechen sebeinen: si fait l'em le povre 
sanz aver. Modw. 526 d^ eii Ic dyme an de soun regne. Long- 
toft 1, 94, ne ftist le duk de Payters ebd. 200. Doch sind 
dieses erste Vershälften, die man f(ir achtsill)ig halten könnte. 
Eine zweite Vcrsbälfte, wo diese Möglichkeit fehlt, ist: par le ray 
e son consens ebd. 1, 16. Die Beispiele geniigen freilich nicht 
etwas Sicheres zu constatieren. Ich wäre ttberhaupt auf eine 
so gewagte Annahme nicht gekommen, wä;en mir niehl bei 



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3!» 



Houard, Ancicnnes loix des Fran^ois I (1779) Schreibungen be- 
gegnet wie: devant l'dit statade 32, oar Tdonee (Masc) en ge- 
neral taile 49, per l'qnart 169, il respondra Tqnel il ad ooou- 
pid 187, mes V seignior 207, noBtre seigniet 1' roj 227, porter 
Fbanner ebd. 

Die Ungewisbeit, wcücbem Worte anslantendeB e znkaai, 

welchem nicht, Teranlasste häufig die Anfügung eines unbe- 
rechtigten e. Mehrere Beispiele dafür gewährt das Gcduiil 
*0r vint la tens de may.' prisone Pol. Songs 127 wird durch 
den Vers bestäti^ut, ebenso toutc Blonde von Oxford 2686, 
sotc ebd. 2693. avale (statt aval) reimt zu sale Chev. ;i la Cor- 
beillc S. 41. Bei Langtol't liest man; forestes e parkes 1, 20 
und im Reime: tribute 1,2, je dye 1,58.94, il d^^e 1, 10, esta- 
blye 1, 42, putayne 1, 52, revertye 1, 58^ assaie 1,88 Var,, Here 
(lat fiedere) 1, 258. Stengel, Cod. man. Digby B. 47. 

Ans den angeführten Bespielen seheint hermcogeben, 
dass e am frnbestan nnd am entsebiedensten binter r Ter- 
stammte^ niobstdom binter 1, wdter binter m nnd n. Es baur 
delt fiob also banpMebHob om Daneiiante, fast nm dieselben, 
welche S. 33 — 34 bei dem A^erstummen des e zwischen Con- 
ßonanten wirksam waren, r spielt liier wie dort die gröste 
Rolle. Versehlusslaute scheinen die A'erstunnnung nur zuzu- 
lassen, wenn sie durch einen Daueiiaut gestützt sind (test, hont). 

Uebrigens wurde der Abfall des e nicht obligatorisch und 
noch Laugtoft hat selb^'t hinter yr nicht selten ein lautes e* 

Verftthrerisch ist die Annahme, die Verstummung der ana- 
lautenden e sei in mehrsilbigen Worten dadurch yeranlasst 
worden, dass man die Germänisebe Betonung anf die Boma- 
niseben Worte anwandte. Dann bfttten wir ^iae schöne bisto- 
cisehe Parallele sn der Torblstoriscbea Verlegung des Tones 
auf die erste wnmlbafle Silbe im Urgemamsoben^ Ton weM^ 
die Yerstlimmelang der letzten Silbe des Wortes eine Folge 
war. Leider ist es nahezu unuiö^^lich, sich über die Betonung 
der Anglonormannischen Worte ausserhalb des Reimes Gcwis- 
heit zu verscliaÖ'en. Im Keime findet bekanntlich sogar im 
Mittelenglischen in den Romanischen Worten stets Romanische 
Betonung statt. 

Jede der 12 Lautänderungen, die wir hier kenneu gelernt 
haben, hat die Kraft, die Worte ihres Bereiehes am mindestens 



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40 



eine Silbe zu kürzen. Sie pcheinen sämmtlich schon in der 
zweiten Sprachperiodo vorhanden zu sein bis auf Nummer 11, 
welche erst in der dritten Periode vorkommt, und vielleicht ' 
Nummer 5, für welche nur spärliche Beispiele vorhanden siiuL j 

In mehreren dieser Lautänderungen ist das Anglonorman- 
nisehe dem Französischen des Festlandes Torausgeeiltj so in 
der ersten^ zweiten, dritten (vgL trattre^ Baoul, reine; dagegen i 
trabison, paysan), zehnten, zwölften. Die vierte, ftbifte, neunte 
waren anf dem Festlande gar nieht oder nnr in geringem Um- 
fange wirksam. Die sechste, siebente nnd aehte sind äßt 
Französisehen Sprache von Alters her eigen gewesen, ihr aber 
im Laufe der Zeit abhanden gekomnien. 

Es kommen nun auch einige Lautwandlungen vor, welche 
nicht wie die genannten zwölf die Worte im Verse verkürzen, j 
sondern unter Umständen verlängern. \ 

Dahin irehört der hinter mehrfacher Consonanz bei e er- I 
laubte Hiatus (Mall, Computus S. 31). An sichern Beispielen j 
fehlt es mir. Doch würde ich nicht wagen, folgende Halbverse 
des Benalt ftlr fehlerhaft zu erklftren: peivre e eomin 15, 21, de i 
enmbatre as 18, 23, oent milie a armes 18, 34 ^ 

Oonsonantisehes i wird in einigen Worten zum voealisdien 
und bekommt sogar den Ton; so in der 3 qg. espaniie Modw. 
824d. 14560, Ohastel d'amur 333 (Lib.Ps. S.XXyL), nunefe Ed- ! 
ward 058, tesmonle Modw. 841d. 1799 d (dagegen tesmoine A. 816. 
1088). Als weniger alt erscheint die Betonung in victorie in Pol. 
Songs 125 (im Jahre 1264), llvspauj'e Langtoft 1, 182, Espa- 
nye ebd. 184, estorye ebd. 218, Brettan5'e ebd. 114, 130, 198. i 
So ist auch in den ersten Vershälften liay de Brettaygue 28, 
maunde en Brettayne 74 ßrettanjre zu lesen. 

Die Endung -re wird hinter einem Consonanten zu -er um- 
gestellt : prendir. Thomas von TurberyiUe. — meister, prender, 
alters. Joinville ed. Miehel S. 331. 332. — enter (intrat) Houard, 
Anoiennes loiz 1, IG. auter, venter ebd. 22. und häufig bei 
Langtoft: yoster 1, 18. enterljent 1, 22. entermyst 1, 32. 
enter (inter) 1,42. render 1,48. quater ebd. pOTer 1,50. duter 
(ductor) ebd. profer (aus purofre) 1, 124. Daher sind fbl- . 
gende Halbverse ganz correct: vynt c IUI aunz Langtoft 1,22. 
Humbre appelayt 1, 24. veutre c mameles 1, 46. Tautre en 
batayle 1, 132. 



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9 



41 

Audi das umgekehrte kommt bisweilen vor, Verwandlung 
von er in -re, wobei natürlich die Komanisclie Betonung der 
Germauischen weichen muss: boutre (: foutre) Stengel, Cod. 
man. Digby S. 41. gittre (lat jactare) Fulke F. W. 22. leetre 
(lat lact^re) Langtoft 1, 46. 

Zuweiton wird auch -le, -ne wie -re behandelt: aongel 
Latin FoemB e. a. to Walier Mapes 293. angel Lang^ft 1, 112. 
orribel ebd. 188. — joTen ebd. 76. Esteven ebd. 484. 

Es ist eigeiitbllmlicb dase r, welobee einem ibm folgenden 
e 80 gern den Laut benimmt (vgl. S. 33 — 34), gern ein e Yor 
eieb erzeugt: perdereit Chev.D.Cl98. rendera ebd. 206. averai 
ebd. 281 (hier könnte e uralt sein), respondera ebd. 325. fe- 
verus A. 149. perdera A. 1573. fauderez Anecdota lit. 76. vi- 
verez ebd. 76. 78. iveresse ebd. 77. fouterez ebd. 80. Mehrere 
der angeführten Beispiele werden duicli die Silbenzabi des 
Verses bestätigt Uebrigens ist derartiges auok in Frankreich 
nicht selten. 

Späterbin scheinen auch agn. Gedichte verfasst worden zu 
sein mit gans Gemumiseher Yersbildang, d. b. in weLoben so- 
wol Zw^lbigkeit der Senkung als yöDiges Ansbleiben der- 
selben erlaubt war. Das um 1300, anseheinend in Zebnsilblem 
mit Cäsur nadi der Sechsten yerfiussto Gedieht Giloto et Jo- 
hane (Jubinal K. R. 2, 28) yermöehto idi wenigstens nicht anders 
zu lesen. 

Bei weitem die meisten Verse lassen sich hingegen mit 
Hülfe der aufgestellten I^egeln scandiereu. Fünf Seiten des 
Auban (S. 29 — 32) lesen sich ohne jeglichen Anstoss. Die 
Verse, welche trotz jener Kegebi unlesbar bleiben, belaufen 
sich im Auban aui 56. 

Davon sind zu kura: 

19 Zwölfsilbler. Man yergleiche meine Anm. zu 25. 41. 
51. 138. 140. 148. 154. 164. 190. 210. 455. 472. 1290. 1333. 
1354. 1362. 1589. 1714. 1748w 

5 yierzefansilbler. Statt solcher finden sich 5 Zwölfidlbler 
mit männlicher Oaesur. Man yorgleieihe meine Anm. zu 1248. 
1368. 1378. 1379. 1469. 

Zu lang sind darunter: 

31 Zwölfsilbler. Man vergleiche meine Anm. zu 21. 106. 
166. 288. 302. 436. 457. 491. 568. 570. 622. 624. 661. 768. 771. 



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42 



885. 892. 903. 1070. 1126. 1128. 1131. 1398. 1432. 1527. 1550. 
1585. 1591. 1720. 1739. 1753. 

1 Vienehnsilbler. Man vergleiohe mdne Anui. tu 733. 

Bei Fantosme nnd 140 Veree unleebar. Zu km ei&d. 

7 Zwölfeilbler, 41 Vierzehnsilbler, 2 Secbszehnsilbler ; zu lang 
1 Zehnsilbler (der letzte), 82 Zwölfsilbler (darunter sind 55 
Vierzehnsilbler), 7 Vierzehnsilbler. 

Diese Zahlen sind wichtig. Sie zeigen entweder wie viel 
Verse sich meiner Beobachtung entzogen haben oder aber durch 
die Ueberlieferung verderbt sind. Ich glaube das letztere an- 
nehmen zu dürfen und verweise auf das S. 15 — 16 über die 
Gewohnheiten agn. Schreiber gesagte und auf die am Schlüsse 
mitgetheilte Partie der Sediszebnsilbler, wo der SeärMber der 
Dorbamer Handsebrift von 31 Versen 13 verdorben hat, wäh- 
rend die Lineohier Handsebrift dieselben 13 Verse eorjrest ttber- 
liefert. Knr zwei Verse dieser Partie (2020. 2028) sind in 
beiden Handsehiülen verkflrzi 



Atkinsons Ausgabe verräth in allen Thcilen einen grossen 
Aufwand von Fleiss, der alle Anerkennung verdient. H:itto 
sich der Herausgeber damit begnüg-t den Sprachkundigen einen 
lesbaren Text zu liefern, so könnten wir ohne ein Wort des 
Tadels von ihm Abschied nehmen« Aber er glaubte sich der 
undankbaren Aufgabe unterziehen zu müssen, mit dem gelehr< 
ten aueh einen pädagogischen Zweck zu verbinden. Damit 
man nidit glaube, ieb tbue ibm nnreebt, wenn ieb diesen iUr 
gmndverkebrt erkläre^ lasse ieb den Vf. selbst reden (S. XIV): 
'It is not perbaps neoessary to uige tbe importanoe of a soond 
knowledge of tbe Freneh language in its early form as a fun- 
damental requisit of a ^r inquiry .... Bttt Old Freneb had 
(at least) three great dialects, distinguished by more thau inercly 
phonctic or Orthographie dillerences, viz., the Eurgundian dialect, 
thc Picard, and the xsorman. Now, if an Euglish student 
would learn Old French, it is evident that he should seek to 
study it primarily in that form under which alone it stood in 
immediate relation with our speech, viz., tbe Norman dialect . • 
My motive then in editing this small poem is to aid the Eng- 
lisb Student in tbe acquisition of tbis one dialect, to furnisb 
ihe means for obtaining a firm grasp of tbe aetoal forma of 



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43 



ihe Noman langoage «mployed hj the educated men of those 
timea*. Alio es soll der Englisclie Stodent doli erst zahlreiche 
Worte einprägen, in welchen ei, e, ie in denselben Laut zusam- 

menfliessen , soll finden dass dem lat. credere bald creire bald 
crere bald craire bald croirc entspricht und dann sagen können, 
er sei über die Sprache seiner Normannischen Vorfahren im 
Klaren! Das hcisst doch den Fredogar der Quinta als Schul- 
lectlire empfehlen. Es gibt nach wie vor flir den, welcher 
Normannißch erlernen will, keinen andren Rath als mit dem 
Studium der Alexius - Ausgabe oder mit Malis vortrefflicher 
Ausgabe des Oomputus zu beginnen und Atkinsons Auban nicht 
eher zur Hand zu nehmen, bis er weiss, wie das Anglonormanni- 
sehe im ersten Jahrhundea:t seiner Entwickelung ausgesehen hat 

Um das Buch iQr Anfanger brauchbar zu machen, hat A. 
ein selbst ftlr die Flexionsformen Tollständigee Glossar beigegeben, 
wo man bei il est auf esti-e, bei nus alames auf aler verwiesen 
wird, ein Glossar, das als Repertorium von Worten und Formen 
gewis seinen Werth hat, dem Lernenden aber, für den es be- 
stimmt ist, mehr schaden als nützen wird, da es ihn zu rein 
mechanischem Arbeiten verführt. Auch die beigegebene Laut- 
uud Flexionslehre wird wenig nützen, da sie zu mechanisch 
hergestellt ist Die blosse Angabe, das flexivische z sei gleich lat 
t + s wäre mehr werth gewesen als die langen Aufzählungen. 
Seltsam ist der Gebrauch der Ausdrucke Diphthong (vue^ poflm) 
und Monophthong (chevaus, puet). 

Es erübrigt noch der Anmerkungen zu gedenken; fllr be- 
achtenswerth halte ich die Anm. zu 2 mes; 16 pas; 24 clers; 
384. 1679, Yrad das S. 121 Über den Gebrauch des Artikels ge- 
sagte. Die meisten begehen sich auf die Etymologie und sind 
selten mehr als Auszüge aus dem FA. W. Doch wird dieses 
wohlweislich niemals als Quelle genannt, sondern nur angeführt, 
um corrigiert zu werden. Man sieht daran, wie leicht es ist 
Diez zu verbessern. Man braucht gegen Diez nur diejenigen 
Gründe anzufahren, welche dieser selbst gegen seine Etymolo- 
gie geltend macht und sich zu Gunsten einer von Diez aus> 
drtteklieh yerschmtüiten Etymologie zu entscheiden, indem man 
die Ton Diez gegen letztere geltend gemachten Bedenken nicht 
wid^legt, aber Tcrschweigt adouber kommt nach A. S. 61 
nicht von altn, dubba, whiiA Diez quotcfl^ sondern von ags. 



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44 

dubban. W:is soll man dazu sagen dass es im Et. W. wörtlich 
heiset: das Wort kommt von agGudubbao, altn^dubbal — In Besag 
auf 'tost' beisst es: 'Diez Beems inclined rather to the derivation 
from tot dto ... I prefer the natural deriyation from tostus.' 
Was sagt Diez? Unter den vorgebrachten Dentnngen ist die aus 
tostus gewis die haltbarste.' — Bei trouyer: 'Diez inolines to a 
Latin turbare .... I prefer Grimm's Suggestion of a German 
verb with radical u instead of tlie c in treli'an.' Was sag:t Diez? 
^Dagegen vermutliet Grimm als Etymon unseres Woitcs ein got. 
drupan, und so könnte das Räthsel gelöst ersclieinen, wenn 
man auf das factische Vorhandensein kein Gewicht legte.* 

Wenn wir von der nicht immer corrocten Anwendung der 
Trennungspunkte abschen (vgl. fe(i focum 860, eürent habue- 
runt 1736), gibt die Herstellung des Textes wenig Grund zum 
TadeL Dass sieh noch einige Emendationen machen Hessen 
kann dem Herausgeber nicht nachtheilig sein. Ich lasse jene 
hier folgen, indem ich gleichzeitig die Tom Versbau erforderten 
Aenderungen yorschlage. 

Vorweg nehme ich die Fälle, wo ein e (lat et) zuviel ist; 
sicher sclieiut dieses der Fall zu sein V. 2Sb. 570. 892. 1585, 
wahrscheiulicli aber auch V. 486. 155(1. 

3. ivüire ne roal. Der Herausgeber erklärt das letzte 
Wort mit Bergkrystall uiul fülirt in dci- Anmerkung aus einer 
Stelle, wo es gleichfalls mit ivoire verbunden wird die Neben- 
form rochal auf. Da sowol rohal als rochal 'Walfisch^ heissen 
kann (Romania 3, 157. DO. VII. s. y. rochaut) wird unter roal 
eher Fischbein zu Torstehen sein. Die von Bugge Yorgesehlagene 
Ableitung ron nord. hrosshTalr ist sehr bedenklieh; weit eher 
wäre an raudh-hvalr zu denken (raudhr hvalr — » franz. rorqual). 

4. acastonee 'gefasst', von caston vh, chaton. A. erklärt 
das Wort mit Achat -Onyx. 

5. Das in der Anm. gegebene Paradigma von homo ist in- 
sofern incoircct, als der Dichter des Auban im ace. sg. wahr- 
scheinlich nur ^umc' gebraucht hat, nicht 'um'. 

21. Auban (ad mm) de la cite un haut mareschal. 

22. n'i out plus cuneuz. il y a kommt im agn. auch sonst 
vor mit dem Nominativ: i ad pur veir nuls hum vivant. Modw. 
1394h, u'a ci8t de la rute ki nel traie. Auban S. 55h. 

25. Dens ki ad tut le mund a guveraer. Man lese 



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45 



Damnedeus, wie auch 203. 472. 1368 und Faaiofime 9. Für 
die Cäsur vergleiche mau 132. 

28. las ist nieht Inteijection, sondern heisst 'mfldeV Es 
folgt: 'weil ich zu Fuss gegangen bin', (ki statt que TgL 
Anm. zu 433). 

32. dunst] duiit, trotz der Anm. 

39. paraler kommt vor Chrou. anglon. 1,109; Ii quens la 
aida a son poer, ke mult Ii costa al paraler, und in der 
Predi^^'t 'Grant mal fist Adam' Str. 4: Plus de nof cenz auz 
fut Ii repeutirj luais pou Ii muutat que taut paralat. ^ 

41. Quant Tot :A.ul>an [issi] du fiz deu parier. 
51. [AQ Auban, bei hostet 

59. poure] porre. Noch Langtoft sehreibt pouer, also mit 
consonantisehem u. 

9(>. Wilhelm von S. Albans sa^ selbst, er habe den Na- 
men Amphibalus aus Galfrid von Monmouth 5,5 entnommen. 
Letzterer entnahm ihn aus einer verdorbenen Stelle der Epi- 
8tola Gildae, wo manche Handschiiften 'sub sancto abbate 
Amphibalo' lesen, während die älteste Handschrift hat 'sub saneti 
abbatis amphibalo' (d. h. Gewand). Ussher S. 281. Der Name 
entstand alBO durch ein MisTcrstfindnis aus dem lat oder grieeh. 
ifsfplßoXop, Uebrigens kommt er schon im 11. Jahrhundert bei 
Johannes Ton Garlande vor (Ussher S. 77). Weniger einleuch- 
tend ist die Yermuthung der Bollandisten (ASS. 22 junii a 159), 
Amphibalus sei nach der Marter die er leiden mnsste genannt 
(quem — in circuitu ejusdem pali amhulare fecerunt. Wilh. c. V). 

106. umzustellen: lur defendi d'un arbre le fruit a manger. 

109. cxuiller. Achnliche Lautung, die an lat. exulare erin- 
nert, hat das Wort S. Edward 370. 374 (exuler), ebenso Conquest 
of Irelaud S. 12. Doch yergleioht sich auch butuiller Auban 677. 

118. Adams Nachkommen mussten in der Hölle bleibeui 
ci la k'il plut a lui; ki nus deinna ciiSr, par sa grace d*iluec 
engetter. Der Hg. schreibt: eil, — & ki'L Ueber die bekannte 
Redensart vgl. 1831 und Et. W. 2,425. 

138. [cil| ki du umnd ad seiügnurie e poer. 

140. [e] Banz pucelage. 

147. puis ke out intre nus mis. Mis ist nicht missus 
(Atkiiison ti. XOI), soudcru lat. mausud vgl remis lat. lemausi 



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46 



1453 und: alez B'en est eu cel pais, u Modewenne ad pos'a 
mis. Modw. 543cd. 

HS. Torttts [fist] il grantz. 

154 enTie en urent [d] adyeraer enemis. 

164. ganz lei [e] vairez. 

166. au terz di (d'enfer) reseat ses prisans eheitifs. 

172. ke jo ja yns promiB] ke j*oi a ms p. 

173. nafra] nan^a d. h. n'ayera. 

190. [tuz jurs] sanz fin prendre vgl. 1676. Vielleicht ist 
es besser V. 189 kar zu streiclien und die Verße 18ö — lUO als 
Zehn silbler anzusehen. 

195. Daa handschrifüiohe eaohantement konnte bleiben 
a 36. 

210. e quandke a erestien [a] croiia est mester. 
231. la cupa] Taeopa. 

236. autre entravers parmi, in der Anm. nicht verstaiuleu. 
Man nagelte Christus an einen aufgerichteten Pfahl, au welchem 
ßicli ein andrer Pfahl quer in der Mitte befand. 

258. Vielleicht ist sauoher Schreibfehler statt sacher. Doeh 
kommt au tot in Fällen , wo es nicht minder auffallen muss. 
ebaustel Ohton. d. dues d. Korm. IIL S. 625. Jubinali N. B. 2, 309 
Stengel, Cod. man. I%by S. 35. Langtoft 2,426. Gbron. anglon 
1,145. — naufrer Gonquest of Ireland S. 28 Benets Thomas 1362. 
JdnTllle ed. Miohel S. 336. Fulko F. W. a 30. 31. Langtoft 1, 
166 Var. — espaudles Jubinal, N.R. 2,368 Fulke F. W. 32, 
espaude lim. 25,6. — pausmer Chev. D. Gl. 333. — tauster Sten- 
gel, Cod. man. Digby S. 44. 45 — baustoun Longtoft 1,136. 250. 
vgl. das prov. mausti. 

269. rentinc] retinc. 

271. parilgalj parigaL 

273. Im Auban kommen folgende mit par susammenge- 
setzten Verba vor: parennter.1689, pardire 273, parmurir 1675, 
paroeiie 1626. par hat hier bekanntlich die Bedeutung: bis zu 
Ende (parounter mhd. ToUesagen). Ist es Zufall dass diese Verba 
im Auban stets im negativen Satze stehn? Blonde von Oxford 
enthält mehrere Stelleu, wo par sogar hiuter dem Verbum steht 
und mit der Negation unserm ^durchaus nicht' entspricht, ne 
sert par sa dame saus plus 377. je u'auiai par vaillaut taut 



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47 



fort 56Ö. qui a veoii- par ne leur nuit 1800. ne Ii fireut par 
grant ahan 5101. 

302. of lui legneras (tuzjurs) eu celestien bamage. 
Nach 319 ist Komma zu setzen und 320 liö. 
351. 4 bou' ure. 

376. 380. e mmi pa!». Aneh in eontinentalen Handsebrif- 
ten Bteht 'e non .de' vgl. e nonn Langtoft 1, 6, e memoire Anban 

S. 56b, was der Herausgeber niobt in ä. m. comgioren durfte. 



391. dumurez 
402. Moyseus 



demurez. 

Moysens vgl. Gr. 2,9. 49 Anm. 

433. Der Apostroph in ^ore frez k'i dirai' ist zu tilgen 
wie z. B. in k*i devom dune duter ? Fant. 533. Dagegen könnte 
er stoben in bien quident ki (= k*il) tut eient lur voler aeherö 
1026. Häufig steht )si statt que (Bei und Gonj.) im Anglonor- 
m^nisehen. Sogar hinter dem Oomparatir findet sieh ki ftlr 
que: un rais da del ki resplendi plus ki Ii solailz de midi 
(Auban S. 59b). Die Yerweehslung Yon ki mit dem Aee. des 
Rel. qui wird auf kl aus cui beruhen, das schon in den Quatre 
Livres des Reis vorkommt, die VerwcchsliiDg von ki mit que 
auf ki aus qu'il. Que statt ki ist aus dem Alexius, dem Com- 
putus u. s. w. bekannt. 

436. le paleis e chanbres (Auban) trestut escerchera 
(Atkinson: trestutes cerehera.) eseercher habe loh S. 36 erklärt 

451. esparni wie 1528. Vom Hg. wird die Form mit Un- 
leoht Ton espamier getrennt ie ist im Anglonormamiisehen 
zuweilen zu i geworden ygL estrangi (aus -ier) 1541. Haupt- 
sächlich ist dieses in drei Verbalfüimcn der lat. ersten Conju- 
gatiou der Fall: im Infinitiv, in der 3. PI. Pcrf., im Part. Perf. 

Beispiele: queiesir lat. *quietiare Modw. 1879b, neben 
qiieiser 374d, lessir Fulke F. W. 46, beysir ebd. 77, achevyr ebd. 
104, demembryr Pol. Songs 126. — alirent Brandau 1000, 
(: guarnirent, dieser Beim wird kaum urgprOngUok sein), frei- 
sirent Auban 254. In Hugo Ton Lincoln reimt die Endung 
-erent su -irent Str. 39. 55. 68. — detrenehis Fant 1899, fiehiz 
Lib. Ps. S. 367, fiobi Auban 1062, derami Auban 1514, pleissi 
Modw. 1890^ Femininum: enchaeie Chev. D. OL 574, marye 
Langtoft 1,130, enbuschye ebd. 1,200. Wie es scheint, ist erst 
um die Mitic d(^s 13. Jahrhuuderts die;>es i auch in die Vciba 



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48 



eingadmiigen, denen ursprünglich nicht ie zukommt. Eime der- 
artige Form liegt auch im Aaban yor (derami 1514). 

Auoh fttr das umgekehrte (e statt i) finden sieh Beispiele: 
repenter. Latin Poems e. a. to Walter Mapes 292, tener PoL 
Songs 126, ganier Thomas yon TarberviUe, foner Falke F.W. 
71, cheyer ebd. 100« — saylerent ebd. 62^ esdiamyerent ebd. 
63. — bleBmees Modw. 1386c. 

455. a sun niaistro est [tost] venuz tut esbai. 

457. Man stelle um: de go descuverz sumes. 

459. tut sires ke bailli]? taut s. k. b, Tut-ke 'sowol — 
als auch' ist mir nicht bekannt. 

472. YgL die Amn. xu 25. 

475. pnrquei? ke >yird zu interpungieren sein. Wenigstens 
hat purquoy que Falke F. W. 97 die Bedeutung: ans wcdofaem 
Grande. 

491. ma oroii vus doins ke ne mettes (Eb. mettex) ja 
Jesum en ubML Die Oäsur trennt ja rem Verbom wie 243. 
1464. Yielleiebt könnte mettez bleiben, da z für s bei agn. 

Schreibern, zumal im 14. Jabrhundert, beliebt ist Hier und 
da liest man schon in der Modwenna - Handschrift (I H. des 
13. Jahrh.) bonez 134b. trestutez 362c u.dgl. 

523. hauste] haute. 

531. trahit] trait. 

548. jas auch Kenalt 13, 34 (jas est). Fantosme 456 
(jas iert), 748 (jas eust), 1624 (jas est). Der Yf. des Benalt 
sowol als Fantosme gebrauchen jas vor Yocalcn , ja vor Con- 
Bonanten. Ausnahme macht nur ja eust Ben. 22, 20. ja oir 
Fant 1205. Im Anbau erscheint die Form nur hier und zwar 
vor folgendem Consonanten (jas fuissez). 

554. Mit binner wird binart verwandt sein: ^en tenez 
7ons la rai por binart et por sot PoL Songs67. Wenigstens hätte 
die Gleichstellung yon binart mit huinart lautÜdie Bedenken. 

557. Komma nach pruvee, denn der Nebensatz hängt von 
poür ab, nicht von pert. 

568. repent toi del (Hs. de tun) maisfait. 

569. Fragezeichen nach puür. 

570. dune ne as tu hisdur? wird zu lesen. 

574. ieit statt feiz wie U85 oroit statt croiz oder bei 
Langtoft 1, 28. 40 asset statt assez. Am h&nfigsten ist diesee 



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49 



t statt z in der 2 PI. devet S. Edward 86. enpemet ebd. HO. 
entendet ebd. 301. voudret Chev. D. Cl. 509. verret Bat. de 
Mansourah an Micbels JoinTÜle 332. YgL auch Settegast, 
Benolt de S. More 47. 

593. Ohne Zweifel wird die yerschränkte WortsteUtug m, 
ftndem sein: Queus est pluB haui^ Ii creaturo u lue ctealiire? 
596 Frageoeidieii» luicdi 598 FimotoiiL 

612. TolBBes, auffidlende Form statt yoisiaies, die ioh 
kaum fDr ursprünglich halten mdcihte. 

622. (a) Fehmn dea du eoUuL 

624. image mit stummem e oder d'or bnmi mi'image. 

661. ki est puisantz, moi cria statt ki p. est e m. c. 

666. 116] Her. 

678. die S. 97 vorgeschlagenen Aenderungen sind unno- 
thi<r. Man lese nur 681 a plume ue a cotuu ne apaülea d'utre 
mer (statt dreimal k). 

697. oisesj ? oiseus, doch vgl. agnes S. ö9a. statt agneus. 

719. si en droits] Hb. ohne Zweifel: si est droits. 

733. (ja) nul ne yoie, nies autres luL 

751* sidt] siut 

758. endEmer q. jemanden dnreh Verneigen grttaaen, mhon 
im Boland und nooh hei Froiasart 
763. enyiz Ya hon grö] e. n a b. g. 
768, nna ne lemaint, (mes) de passer s'est eheseim 

eforc6. 

771. (mes) Ii jovre volentrifs. 

788. briant Schrbf.] bruaut 

789. retraitej retrait 

790. nus] miz. 

815. pur versj purvers wie Auban S. 56b. 

831. la huntage. Das Anglonormannische behandelt die 
Worte auf -age öfter als Feminina: meinte autre damage Fulke 
F. W. 29, tote lur heritage Fulke F. W. 108. Doeh geforaneht 
sie Langtoft meist eorreet (1,8) Ueberhanpt werden Hasenlina 
mit e gem sa Femnmris, Feminina mit Tsrstmnmtem e gern 
zu HaseoMnis. la martire Modw. 4780, la Tiere Cher. D. CL 61, 
sa realme Fant 1320 Yar., sa reanme Langtoft 1,80. 162^^ 
le cumen^il A. 1812, entrail A. 1609, son sepnltnre Ghroniciaes 
de London 5, mon meson Blonde von Oxford 2689, son 

Snohier, Vie de seiut Auban. 4 



L 



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50 



volonte ebd. 3106, mon gent ebd. 3121. Freilich wurde dieses 
Prinzip nicht immer befolgt, sis chieres Modw. 801d, mon cote 
Bioilde Yon Oxford 3096, son losenge Fulke F. W. 40. — ia 
tens, ma ray (Or yint la tens), bele lorain Blonde yon Oxford 
3103. la pusnö Langtoft 1,70, sa baron Houaid, Andennes 
loix ly 62. 63. Im Anban 1214 ateht eogar m'eniQgneiiient statt 
nran enaegnement; doch ist das Tielldeht nur Sehreibfdiler. 

865. 1085. 1089. snmaB war sa belassen (oft in agn. 
Handschriften.). 

870. M oyseas] Moysens wie 402. 

885. par enchantement (d'Auban). 

891. focuns] flocuns. 

903. curunö (est) de curune. 

920. Komma nach Deus. 

941. Der Infinitiv voer (lat. videre) ist wol nach der Ana- 
logie von poer (lat posse) gebildet Wenigstens scheint diese 
Erklärung die einfachste m. sein. 

942. & son destrer munt^] a & d. m. 

990. peitorin] pelerim vgl. unser Pügrim, egL pilgrimage^ 
aft. pelerimage (so steht in der Hs.). Disme de Penitanohe 2074 

1070. plns fbrent bens ke rose a ke (n'est) Iis cspani 

1087. Man streiche das Komma. 

1126. de Verolame n herbergez (ches Aaban) fustes 
quant 

1128. de go ke est (puls) avenu. 

1131. wohl umzustellen: andui encusez fustes. 

1132. bienvoillant, ebenso 1763. 
1139. n'en] en. 

1145. In der Hs. dürfte e über nupez stehMiy also: e nnpec 
nach 1189. ist Punkt, nach 1191. Komma zu setm. 
1205. dedr?] desir! 

1218. liyrer] Hs. liver, ebenso 1310 seyrer] Hb. seTer, 1421 
destrer] Qel dester, 1448 deliyrer Hs. deÜTer, 1449 martlrs] Hs. 
matirs. Der Hg. hfttte Tielleicht nicht nOthig gehabt, diese Er- , 
leichtenmg der Ansspraehe^ wo zwei r einander folgen, auszu- 
merzen. 

1248. [e] nupez e de])aüez. 

1256. pus konnte bleiben; es kommt auch S. 55a und 60b vor. 
1268. Komma vor ma. 



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51 



1270. Komma tot le* . 

1296. ki ne 16 letwit [mie] de tes Bortz gaite vgl 

1028. 1312. 

1333. tant [en] sunt il plus crueus e plus fier. 
1354. loenges e gloire (Hs. g. e. L) 
1362. nis de im [sul] disner. 
1364. Komma statt des Semikolons. 
1368, TgL die Anm« sa 25. 

1376. mance (lai maideam): Mlanee. Dasselbe Wort 
steht in gleidier Lautform aueh bei Fantosme 887. Anban 
bat stets desirer statt deschirer (pie. desquirer) vgl Barguy 
1,407. Es scheint sich bei derartigen Lautabweichuiij^en im 
Anglonormannischen um einzelne Worte zu luuidehi, nicht, wie 
im Picardischen, um durchgreifende Lautgesetze, saclier Auban 
888. 1265, ist weit seltner als saker Fulke F. W. 91. Predigt 
'Deu le omnipotent' 95. (ich werde diese Predigt herausgeben). 
Jubinal N. R. 2,307. Chev. k la CorbeiUe 41. Langtoft 1, 108 
166. Earker (statt charger) findet sieh Modw. 382b. Gbastel 
d*amiir & 63. ker[ker] Auban S. 60i^ 

1378. queos [sunt] jovres, queus [sunt] TOus. 

1379. queus [sunt] petiz, queus maens. 
1383. eist [a] la dreite ereance. 

1398. de teu miracle k'en lur terre (lur) est aparu. 

1419. ost arei] ost ä, rei. 

1432. despuis ke (a) Auban aproce. 

1466. une pleinne ki vertz fu e jieus. Das letzte Wort 
soll gleieb joius sein. Die Hb. hat sicher neos (aequalis). Der 
aee. huel (aequalem) steht 1427. 

1469. mes repos n*i ayoit [mie]. 

1482. deeolez gehört in den Relativsatz, daher ist das 

Komma zu streichen. 

1510. -ts ist nicht üblich, es muss -tz stehen. 

1523. e une part (par) eus tuz severez e parti. 

1527. (mais) chesenn d'eus de murir avant se purofiri. 

1548. vunt] i unt. 

1579. de puteire] de put eire. 

1589. tant i a [de] geni 

1591. blasn^ez fu Ii dandn(ner) vgL darreins. 577. 

4* 



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52 



1604. Ampbibal wird mit einem Zaum an den Fikbl ge- 
bnnden und mit StoekBehlägen nm denMllnm henungejagt 
Der Big. liest: ks meins Ii mit dnnd resne k eherali entmr 
le pel l'oiehaeent, statt d*ane resne. 

1630. tenc statt tent, lat. tenet auffallender als entenc 
statt eutent (entende) 556. 1669, branc statt brant^ dimc statt 
dunt. 

1634. reclamuDj rcclamum. 

1686. reclamerj reoleimes. Komma nach saurer , nach 
1687. Punkt 

1714. e m'enveit de[8] angeres eonsoladun* 
^ 1720. deflendent [k'erent] plus blanes ke eheinsil ne 
eoton» 

1722. enyeit (lat* inde-Tiat). Hier ging ein e ans lat 
a rerloren, wie in den andi in Frankreich llblichen lait und 
laist enyeit ersoheint anoh Auban S. 50b (im Beime). Renalt 17, 

39. 18, 16. Damit vergleicht sich cunveit Auban S. 55b, lot (lat. 
laudat) A. 1460, femer plourt Latin Poems c. a. to Walter 
Mapes 294. Fulke F. W. 99. 100, demoert Langtoft 1, 10 
demort ebd. 1, 8. 64. 

1724. entuncionl entenciou. — reabaiter, verwandt mit 
soohaiter, heisst nicht Ho beigbten', sondern ^aufmuntern'. 

1739. Yerolaime] Varlam wie 10. Letzteres ist der Eng- 
lische Name von Yeralam (Warlamehester). 

1744. pagorö] paijora 

1748. ferenty [batent e] nafrent TgL 1008. 

1753. e ses ornnpaimrans (martini). 

1702» mais seheint hier das Synonymnm von manvais 
za sein. 

1841. de put lin 'gemeinen Stamms'. 

Nur Wahrscheinlichkeit haben die folgenden Correcturen, 
die in Versen mit remachlässigter Cäsur die Cäsur wieder 
herstellen: 

42. mut cumence de ^o fa] esmervoiller. vgL 133. 
153. e de lui crut [forment] la renumee e pris. 
201. [Mes] Auban a tant s'en est ales diaoher. 
203. vgl. die Anm. sn 25. 
243. les perillez refleoz ( ja)> ki ore par es peri. 
254 frolsirent [les] pereS| e la Inne eiq^ 



58 

265. [e] gloire e dartö les esceint e flari. 
396. [e] des rdeveeB e qiüuit fa anoites. 
486. (e) dflt respnnd: 'ne soiez ja espottril' 
762. [e] onrent e polnnent a obeyal e a pe. 
859. [e] eriSnt e breent e a tem iint geu. 
1459. mfl fbmes dülneo enneiu en ime cunestablie 
(ime mit stuinraem e). 

1518. dient: 'esmesurez vus, kar [ilj n'est pas si'. 
1649. ki ue se seveut [mie] de tes laQuns garder. 

Von den Büdeneiiaeii emeadiere ich die folgenden: 
S. 57^ Man interpnngiere: Ci*8t de cesle omnpaimiie: (Gi*8t 
statt Si'st). 

S. 57b. Man streiche das Semikolon hinter: Peine ad eontniT^ 

nuTele und lese: ne lessa par (teu) tmrment sniHr. 
S. 59b. [Fjoient de besches e picois. 

S. 60a. Ich ergänze die fehlenden Buchstaben folgendermassen: 

en[volu]pez, ker[kez de] paille, 

[beus d]e culur [e de ta]ille. 
S. 60h. (ki) [le] premer martir (ert) de Engletere. 

Als mir unverständlich hebe ich cercusmes V. 614. hervor. 
Der Vers lantet: jo eonns yos crueutez eereusmes e porture. 



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54 

Beigaben. 

AoB dem Leben der heiligen Modweiina. 

Das Leben der heiligen Modwenna ist in der Oxforder 
Handschrift Digby 34 erhalten. Sein Inhalt beruht auf dem 
Lateinischen Leben derselben Heiligen von Gaufrid, Abt des 
Klosters Burton (1114 — 1151). Ich habe das agn. Gedicht 
abgeschrieben, die Herausgabe aber, weil das Lateinische 
Werk noch ungedruckt ist, zunächst aufgeschoben, bis mir eine 
Handschrift des Lateinischen Werkes zugänglich wird« Ich 
kenne deren zwei: die eine gehört dem Lord Mostyn Gloddaeth; 
die andre im Britifi^en Museum b^dliche ist Tom Buekr 
binder so stark besehnitten, dass jede Zeile lllekenhaft Ist 
Wer mir weitere Handschriiten nennen wellte würde mioh 
sehr yerbinden. 

leh lasse ein Kapitel des agn. Textes folgen. Die Vers* 
bildung darin ist so correet, dass sie keine Aenderung nöthig 
machte. Cursivdruck verweist auf die Lesart unter dem Texte. 

1268. 

Com Testorie nus Tait eontant 
ke nns Usom, nn dere Tafllmit 

esteit en Escose manant, 
ki riche fud e bien manant 

im 

Brendan Tavam ot nomer. 

Icist un jur so mist en mer 
(kar ne sai, u deveit aler) 
pur sa busuigne avancer. 

1270. 

eist clerc dunt ai ici parl6, 
quant en la nef esteit entre 
un veissel ad od sei portö, 
ke malt esteit de grant beltö. 



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1271. 

De ydre fiid ri fii empli 
de bon ym der e seri, 
e le parqnei i fbd empli, 
n'en sai nent, pur qo nel dL 

1271 

Hub tait fi pelit e H gisnt 
» e fi mafirtre e fi eeijant 

la beltä que ci esteit grant 

del cel veiBsel Yimt mult preisant 

1273. 

Mais U reissel est tant al^ 

de main en autre e tant preist, 
ke de lur meins est yol6 
e en halte mer eiifimdr^. 

1274. 

Li clerc s'en est mult irascuz 
de sun veisel quant est perdoz. 
Cele part sunt tuz acaruZ| 
u oel veisel esteit ehauz. 

1275. 

• Mais Ii veisel ignelement 
as funz de l'ewe tost decent; 
dunt tuz se pleigpient e sunt dolent 
pur le elerei qui si ae dement 

1276. 

Si Ii veisel eust voi est^ 
quant en la mer fiid si vers^ 
malt penst bien aver flot^ 
en mun ede ewe e d troTö. 



1271a. Hs. ueire oder uerre. — c. ? purquei. 
1272 d. del cel. Diese Verbindung ist b&ufig in der Med 
wenn»; fehlerhaft dflifte sie trotidem sein. 



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1277. 

Mais plein esteit, eom yub sam; 
pur ^ 80 tont dMeperaSy 
ke james ne seit troyes 
par nul engin ne leooTiez. 

1278. 

Li bacheler s'en vunt a tant 
ovoc lur nef qu'il vunt guiant. 
Li clerc 86 vait mult dementant 
e oele perte mult pleignant 

1279. 

A ohef de pose bM poipensö 
ic60t deio dvnt ai padö 
de la rerta e de la buntö 
de Modewenne si s'est Isvk 

1280. 

A baute voiz a tant Be crie: 
*Duce dame, la vostre aXe! 
Si la norele que est oto 
est reraiei ne tub nblie. 

1281. 

En nblianoe ne metes 

TOB Berlii id par tob bnntes; 

kar si Ii veissel est troyez • 
que perdu est e afundrez, 

1282. 

jo Yus pramet seurement 
devant trestute oeBte gent 
e devant den d en present 
qne, ai la Tie me eiinBenf^ 

128a. 

a TOB le Toldrai enveer.' 

Mais ainz qu'il puisse achever 

sa parolei ne terminer, 

ses cumpaiunuus veieut muuter 

1280 d. Den nnpersönlicben Gebrauch von oublier kennt 
aueh das ProvenzaliMche. vgL Bartseh, Lesebuch 106^67. 13^76. 



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-• ■ ■ 



67 



1284. 

icel veisel quc veient flotaut 
e lur bärge tuz juiz Biwant 
de la uef qae est grant. 
Malt 86 Tont eamerreillaiit 

1285. 

Natura pas nen eure ici; 
vus le veez asez, ceo qui; 
kar Ii veisel, que lud empli 
al fttDz de Fewe, u ü cha^ 

12b6. 

tenir se deust pur veritö, 
si nature i eust eure, 
mais deu l'a fait par poente 
ki nrntrer volt la graut bimtä 

1287, 

de la dame benuree 
par qui la vertu est oueree 
que ici vus est mustree, 
cum eu Ba vie est trovt^ 

1288. 

La foroe est grant de la vertu 
quant Ii veisel n'est mmpu 
•ne Ii vin neis espaudu 
ne empeir^ ue descreu. 

1289. 

Tost accurrureni Ii eergaut 
al veisel que alot flotant; 

suz le pernent de meiu tenaut 
e eu vuut dampnedeu loaut. 

12840. ? le eon de la iie£' 

1285a. eure steht für euore d.h. euvre uevrc), darum 
fldureihe ich niefat e^re. 
1286 d. Hs. mustre. 
1289 a. Hjs. accurruruut 



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1290. 

AI clerc l'uut eil tantost baill4, 
qui de sun queor ad dm lo^ 
Piiia Tad la dame envei6 
suliim le Yoa qtt'il ot toö. 

1291. 

II atume un messager 
ki le Teisel dereit porter; 
01160 lettres fait enseeldr 
par que le Mi U voH mustter. 

• 

1292. 

De clief en chef la veritö 
de oel yeifiel Ii ad mand^ 
enm üid peida e pttis troyö 
par sa merite e sa bnntä. 

im 

Quant le mesnger est venu 
desqa'a la dame, u ele ib^ 
trestoit le fait Ii ad eniu; 
nnquee mot ne Ii ad tem 

Del fiut la daae den mertie, 
maifi ne s^est enongidyie 
de plus pur ne >eflbaldie. 
Apres 1(0 la deu amie 

im 

ieel Teisel ad Mt ^p<n4nr 

pur sendr le pvestre a! «nistBr. 

A tant vuß voil ei terminer 
icest miracle e reposer. 



1204 b. Hb. S6 nesl. 



Die Sechszehnsilbier aus Jordau Fautosmes Chronik. 

com 

2020 *Prifi est U reis d'Escoce, 90 

m'ad rem dit pur ver[i]W. 
Ore ainz me vint cele novele, 

quaut jo dui esüe eukM^' 
E diänt cos ehevatiers: 

^ Ore mereiez damnedö; 
2023 016 est la gasm &iie^ 

6 ea pes est Tostre legn^ ' 

ccvnL 



CCIX. 

2028 Quant Ii reis vit les uiessages 

linkes [jur] plus 116 ne fu, 
e veit qu'il dient tuit un, 

a tant si iur ad respundu: 

2030 '£r seir 01 la nuTele 

qnant jo fui malt irasou. 
Oelui qni la me porta, 

gnerednn Ii ert rendo. * 
n ad saifii un bastmioel 

e a BriSn l'ad tendn, 

dis livrees de sa tem 

pur le tniTall qn'oi ett. 

GGX. 

Ignelement prent ses mesaa^ 

iris ad enreiez a Davi^ 
2035 ki iert frere In lei d'Esoooe; 

unkes meillar gaerreur ne vi I 

n esteit en Lelroestre 

cum vassal pruz e hardi; 
mes unc ne fud si dolent, 

quant icest meB8a£;e ol 



uiyiiized by 



60 

* 

Li reiß Ii mande d'Engieterre 

que le plait est ore si: 
n'i ad fors de rendre sei 

e de venir. eu jäa mercL 
2040 II ne saveit eu tut le muud 

meillttr cmuadli idl Dayi^ 
fon de roadie le ehastel 

e puis renir al rei Henii 
SeignarB, treatiiit icest plait 

dedenz oit jon fod a. basti: 
pes ad Ii reis d'Kngleterre, 

priB Bunt tutt ei enenuL 

COXL 

Or cnmande le rei d'Esoooe 

hastiTement a sei mener; * 
2045 kar H Tint une norele^ 

passer Ii estueit mer: * 
lioem est asise, sa cite; . 

DC voldrad plus demurer. i 
II eu meiue David od lui 

a taut si vait eurers la mer. 
£ Brieu s'eu est tum^, 

ki u'ad eure de demmer, 
e ad dit a sim seignor, 

ignelemeut face amener 
2050 le rei d'Esooce a Suliantiuie; 

Ii reis Tolt qa*il passe, mer. 

CCXIL 

Henri le rei le fiz Mahalt^ 

a bon' ure fust ü ne 1 

U atent a Suhantune 

yent e tens e bon orö; 
e dan Randnlf de Glanvüe 

del errer est espleiti^, 
le rei d'Eseoee en meine od lui, 

ki mnlt ad le euer ir6. 



Baik, Druck 99m M, Xamu. 

^ ! 
.Digitizedby Google 



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